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Kompaktlexikon der Biologie: Tierwanderungen

Tierwanderungen, aktive, gerichtete und meist periodisch wiederkehrende Ortsveränderungen ganzer Populationen. Bewegen sich nur einzelne Individuen oder Teile von Populationen spricht man von Migration. Die Wanderungen afrikanischer Tierherden, die ständig neue Weidegründe aufsuchen, bezeichnet man als Nomadismus. T. werden teilweise durch endogene Rhythmen hervorgerufen. Dies ist beispielsweise bei den tageszeitlichen Wanderungen des Zooplanktons in verschiedenen Wasserschichten der Fall aber auch bei den jahreszeitlichen Wanderungen der Zugvögel und mancher Schmetterlinge. Auch bei vielen Amphibien gibt es jahreszeitliche Wanderungen zu den Überwinterungsplätzen im Herbst und zurück zu den Laichplätzen im Frühjahr. Teilweise erfolgt im Lebenszyklus einer Tierart nur eine Wanderung und erst die Nachkommen kehren zurück – ein Beispiel hierfür ist der Apollo-Falter – oder das Tier wandert im Jugendstadium in andere Gebiete ab und kehrt als adultes Tier in die Brutgebiete zurück. Hierzu gehören Aale und Lachse. Der biologische Sinn solcher T. ist unterschiedlich. Zum Teil weichen die Tiere den ökologisch ungünstigen Bedingungen aus oder suchen Gebiete auf, in denen zum gegebenen Zeitpunkt bessere Voraussetzungen zur Nahrungsgewinnung oder zur Jungenaufzucht vorhanden sind. Wenn die Populationsdichte über ein bestimmtes Maß hinaus ansteigt erfolgen Ausbreitungsbewegungen, z.T. auch die Neubesiedlung eines bisher von dieser Art noch nicht bewohnten Gebietes. Dieser Vorgang wird als Kolonisierung bezeichnet. ( vgl. Abb. )



Tierwanderungen: Einige Beispiele für die Wanderrouten von Tieren

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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