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Kompaktlexikon der Biologie: Trias

Trias, älteste Periode des Mesozoikums von ca. 40 Mio. Jahren Dauer zwischen Perm und Jura. Der Name (T. bedeutet Dreiheit) stammt von der germanischen T., die sich von Süddeutschland bis zu den Brit. Inseln (Germanisches Becken) erstreckte und in Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper gegliedert wird. Leitfossilien sind Conodonten, Ceratitida, Muscheln, Schnecken und untergeordnet u.a. Pflanzen, Brachiopoda, Crinoida und Reptilien.

An der Verteilung von Land und Meer hat sich seit dem jüngeren Paläozoikum wenig geändert: Der Kontinentalblock Pangaea beginnt erst an der Wende Trias/Jura zu zerfallen (Kontinentalverschiebung), der Nordpol verbleibt im Gebiet von Kamtschatka, der Südpol rückt an den Rand von Antarktika, der Äquator quert Nordafrika und das südliche Nordamerika. In Nordwest-Deutschland entstanden an den tiefsten Stellen die größten Schichtmächtigkeiten (z.B. 1500 m Buntsandstein im Solling). Gegen Ende der Buntsandsteinzeit wurde die Nordseestraße geschlossen; eine Verbindung über die Schlesisch-Mährische Pforte zur Tethys hin ermöglichte das Vordringen des Muschelkalkmeeres nach Westen. In der jüngeren Muschelkalkzeit öffnete sich im Süden eine weitere Verbindungsstraße zur Tethys. Mit der T. begann eine Zeit ausgeglichenen Klimas, die bis ins Tertiär andauerte. Hölzer mit Jahresringen weisen regional jahreszeitliche Schwankungen aus. Die Pole waren frei von Eiskappen. Das arktisch-nordpazifische Meer gilt als Region kühlen Wassers. Kontinentalen Ablagerungen wird überwiegend semiarides Klima zugeschrieben. Der Wärmehöhepunkt fällt in die mittlere Trias.

In der T. entwickelten sich vor allem die Reptilien. Die Thecodontia entfalteten sich und die ersten Ichthyosauria und Dinosaurier erschienen. Die Therapsida wurden säugetierähnlicher und aus der oberen T. stammen die ersten Funde von Säugetieren. Unter den Fischen gab es vor allem Strahlenflosser (Actinopterygii), Elasmobranchii, Quastenflosser (Crossopterygii) und Lungenfische (Dipnoi). Hexacorallia bildeten Riffe. Die Vegetation war gekennzeichnet durch Schachtelhalmgewächse (Schizoneura, Equisetites), Nadelhölzer (Voltzia), Bärlappgewächse und ab dem Keuper Cycadales (u.a. Benettitales). Ginkgogewächse und Samenfarne (Caytoniales, Lepidopteris) waren weit verbreitet.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
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Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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