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Kompaktlexikon der Biologie: Trichine

Trichine, Trichinella spiralis, zu den Fadenwürmern (Nematoda) gehörender Parasit, der im Dünndarm Fleisch fressender Tiere und des Menschen lebt. Die Weibchen sind ca. 4 mm, die Männchen 1,5 mm lang. Die Infektion mit T. erfolgt durch rohes Fleisch mit eingekapselten Larvenstadien. Die Larven entwickeln sich nach mehrmaliger Häutung im Darm zum Adulttier (Darm-Trichine); die viviparen Weibchen bohren sich in die Darmwand und bringen bis zu 1000 und mehr 0,1 mm lange Larven hervor, die über Blutstrom und Lymphe in die Muskulatur gelangen. Nur Larven in gut durchbluteter quergestreifter Muskulatur (bei Haustieren vor allem Zwerchfell, Kaumuskulatur) entwickeln sich weiter. Sie bohren sich in das Muskelgewebe ein, zersetzen es und induzieren die Bildung einer zitronenförmigen Kapsel (Muskel-Trichine) ( vgl. Abb. ). So können sie bis zu 30 Jahre leben, bis sie wieder durch Verzehr in den Darm eines Tieres gelangen. Auf diese Weise wird jeder Endwirt zwangsläufig auch zum Zwischenwirt für die neue Generation. – Massenbefall beim Menschen (Trichinose) führt zum Tod, tritt jedoch aufgrund der Fleischbeschau von Schlachtvieh bei uns nur noch selten auf.



Trichine: 1 Darmtrichine, 2 eingekapselte Muskeltrichine und 3 beginnende Verkalkung

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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