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Kompaktlexikon der Biologie: Wildziegen

Wildziegen, Ziegen, Bez. für zwei Arten der zu den Böcken (Caprini) gehörenden Gatt. Capra, mit kräftigem Körper auf starken Beinen und Kopfrumpflängen von 115 bis 170 cm bei Körperhöhen von 65 bis 105 cm. Die Männchen haben große, säbelförmig gebogene Hörner, diejenigen der Weibchen sind kleiner und fast gerade. Das Haarkleid ist kurz, charakteristisch für die Männchen sind der Kinnbart und Duftdrüsen an der Schwanzunterseite. Die rezenten Wildziegen sind (ebenso wie die Wildschafe) Gebirgs- oder Hochgebirgsbewohner mit inselartiger Verbreitung in Eurasien und Nordafrika.

Stammform der Hausziegen (Capra aegagrus hircus) ist die hauptsächlich in Vorderasien beheimatete Bezoarziege (Capra aegagrus), von der ein bedrohter Restbestand auf griechischen Inseln lebt (Kreta-Wildziege). Ziegen wurden schon im 7. Jahrtausend v.Chr. (vor dem Rind!) in den Hausstand überführt und waren damit neben dem Schaf die ersten Haustiere. Auch Fleisch und Haut (zur Ledergewinnung) der Ziegen werden geschätzt; von Angoraziegen stammt das so genannte Kamelhaar. Ziegen sind in der Lage, auch spärlich vorhandene oder vom Gelände her schwer zugängliche Nahrung noch abzuweiden. Gestalt und Färbung der Hausziegen sind vielfältig. Verwilderte Hausziegen kommen auf den Britischen Inseln und einigen Mittelmeerinseln vor. Die Hörner der südasiatischen Schraubenziege (Markhor; Capra falconeri), sind charakteristisch spiralig gewunden. (Steinböcke)

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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