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Kompaktlexikon der Biologie: Wobble-Hypothese

Wobble-Hypothese, die von F.H.C. Crick erstmals im Jahr 1966 formulierte Erklärung für die Tatsache, dass in Zellen nicht 61 unterschiedliche Arten (genetischer Code) von transfer-RNA-Molekülen existieren (transfer-RNA), sondern je nach Organismus lediglich bis zu 41 verschiedene tRNAs. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein Codon der messenger-RNA und das Anticodon der tRNA antiparallel aneinander binden, kann die dritte, 5'-gelegene Base des Anticodons wobbeln („schwanken“), sodass eine Basenpaarung von G mit U zulässig ist. Im konkreten Fall ( vgl. Abb. ) kann eine tRNA für Phenylalanin mit dem Anticodon 3'-AAG-5' sowohl an das Codon 5'-UUU-3' als auch 5'-UUC-3' binden, wobei beide Basentripletts für Phenylalanin codieren. Anhand der W. – H. lässt sich erklären, warum sich Codons für eine bestimmte Aminosäure oft nur im dritten Nucleotid unterscheiden ( vgl. Tab. ).



Wobble-Hypothese: Aufgrund der Wobble-Hypothese kann die tRNA mit dem Anticodon GAA auch eine komplementäre Basenpaarung mit Codons der mRNA eingehen, deren drittes Nucleotid nicht C, sondern U lautet



Wobble-Hypothese: Vergleich der Anticodons einiger Aminosäure-spezifischer tRNA-Arten mit den entsprechenden Codons

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Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
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Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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