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Kompaktlexikon der Biologie: Zahnschmelz

Zahnschmelz, Schmelz, Enamelum, Email, Adamantin, Substantia adamantina, Substantia vitrea, kappenförmiger Überzug ektodermalen Ursprungs auf fast allen Zahnkronen (Zähne) der Wirbeltiere aus Hartsubstanz, die im Gegensatz zur lange Zeit herrschenden Ansicht kein Gewebe mit faserigen Strukturen darstellt, sondern ein fast rein kristallines, von Zellen produziertes Gefüge ist. Z. besteht zu 95 % aus mineralischen (Hydroxylapatit), zu 1 – 2 % aus organischen Stoffen (Proteine, wenig Kohlenhydrate und Lipide) und zu 3 – 4 % aus Wasser. Unter den Spurenelementen spielt Fluor die Hauptrolle. Grundbausteine des Z. sind i.d.R. ausgebildete Schmelzprismen in einer Dichte um 20000 bis 30000 Prismen pro mm2, die sich wiederum aus kleindimensionierten Kristalliten zusammensetzen. Bei Säugern konnte man bisher fünf verschiedene Typen von Querschnittsmustern an den Prismen unterscheiden. Die Härte des Z. beträgt beim Menschen 5 bis 8 der Mohs'schen Härteskala. Da die Schmelzsekretion unter Härtezunahme von innen nach außen in Schüben verläuft, ist der Z. in Schichten aufgebaut. Im Gegensatz zum Zahnbein kann Z. nicht nachwachsen. Bei der Bildung von Z. wirken drei Prozesse zusammen: 1) Ausscheidung einer Schmelzmatrix als Primärprodukt der Adamantoblasten, der Bildungszellen des Z., 2) Mineralisation dieser Matrix mit 3) anschließender Reifung des kristallinen Gefüges. (Zahnkaries)

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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