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Kompaktlexikon der Biologie: Zebras

Zebras, durch kontrastreiche, überwiegend schwarzweiße Querstreifung gekennzeichnete Arten der Pferde (Equidae) der afrikan. Savanne. Der Kopf ist eselartig, am Hals befindet sich eine kurze, steife Nackenmähne, der lange Schwanz trägt eine schwarze Quaste. Häufig leben Zebras in gemischten Herden, mit Antilopen (z.B. Gnus) oder Giraffen (und auch Straußen), zusammen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern. Auf der Suche nach Wasserstellen unternehmen Zebras – vor allem während der Trockenzeit – ausgedehnte Wanderungen. Durch Wegnahme von Lebensraum und Verfolgung der Zebras durch den Menschen sind einige Formen ausgestorben, andere zahlenmäßig sehr zurückgegangen. Man unterscheidet drei Arten mit mehreren Unterarten. Vom Bergzebra (Equus zebra), das in Süd- und Südwestafrika beheimatet ist, leben nur noch Restbestände (zum Teil nur in Reservaten). Ebenfalls sehr gefährdet ist das in Nordkenia und Südäthiopien vorkommende Grevy-Zebra (Equus grevy). Häufigste Art ist das Steppenzebra (Equus quagga), von dem aber auch einzelne Unterarten in ihrem Bestand bedroht sind. Die Nominatform ist das Quagga, das bereits Ende des 19. Jh. ausgerottet wurde. Steppenzebras weisen eine hohe geographische Variation (vier rezente Subspezies) und individuelle Variabilität im Zeichnungsmuster auf; der Kontrast der Fellstreifung nimmt von Nord nach Süd ab. Mehr als andere Z. leben Steppenzebras i.d.R. in großen Herden zusammen.

Das Streifenmuster der Zebras wurde bislang als Tarnung (Somatolyse) gegenüber Großräubern (Hauptfeind ist der Löwe) interpretiert. Nach anderer Ansicht wirkt die Zebrastreifung somatolytisch für die Komplexaugen der Tsetsefliege, der Überträgerin der durch Trypanosoma hervorgerufenen Naganaseuche; gestützt wird diese Hypothese dadurch, dass Zebras nur eine geringe Befallsrate durch Trypanosomen aufweisen.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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