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Kompaktlexikon der Biologie: Zygomycetes

Zygomycetes, Jochpilze, Abteilung (Zygomycota) der Echten Pilze mit etwa 500 Arten. Das vegetative Mycel ist haploid, vielkernig, normalerweise fehlen regelmäßige Querwände. Septen werden normalerweise nur zur Abgrenzung, z.B. bei der Fruchtkörperentwicklung gebildet. Die Zellwände enthalten Chitin und meist noch Chitosan, mitunter auch Glucosamin oder andere Zuckerkomponenten. Charakteristisch ist die sexuelle Fortpflanzung: Die Kopulation findet zwischen zwei aufeinander zuwachsenden, differenzierten Hyphenenden (Gametangien, Zygogamie) statt. Die entstehende Zygote ist vielkernig und entwickelt sich zu einer dickwandigen Dauerspore (Zygospore). Besondere Fruchtkörper werden i.d.R. nicht gebildet. Die ungeschlechtlichen Vermehrungszellen entstehen endogen in Sporangien oder exogen auf Konidienträgern. Jochpilze leben meist saprophytisch als Bodenpilze und Dungzersetzer (z.B. der „Pillenwerfer“, Gatt. Pilobolus, der seine schwarz gefärbte Sporocyste wegschleudert) oder parasitisch auf anderen Pilzen sowie auf Insekten, Fadenwürmern und Amöben. Viele sind Mykorrhizapartner oder Endosymbionten in Arthropoda. Zu den Z. gehören u.a. die Ord. Entomophthorales und Mucorales. Zu letzterer gehört der weit verbreitete Köpfchenschimmel (Mucor mucedo), der weiße Schimmelrasen auf Brot, Mist u.a. organischen Substraten bildet.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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