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Lexikon der Chemie: Abgasreinigung

Abgasreinigung, die Abscheidung von Luftverunreinigungen aus Abgasen mit dem Ziel der Reinhaltung der Luft. Zur Entfernung der festen Bestandteile im Abgas werden die Verfahren der Entstaubung angewandt. Für gasförmige und flüssig-tropfenförmige Stoffe können je nach deren chem. und physikalischen Eigenschaften im wesentlichen drei Verfahren eingesetzt werden:

1) Absorptionsverfahren. Als Absorbens wird Wasser bevorzugt. Reicht die Absorptionsfähigkeit von Wasser nicht aus, muß die Absorption durch chem. Umsetzungen mit dem Wasser zugesetzten Stoffen (Chemisorption) ergänzt werden (für saure Abgasbestandteile wird z. B. vorwiegend NaOH eingesetzt). Absorber, ausgeführt als Sprühdüsenwäscher, Wirbelstromnaßabscheider oder VenturiWäscher, erreichen hohe Absorptionsgrade. Andere Absorptionsmittel sind Öle (Ölwäsche) für organische Substanzen. Nachteile der Absorptionsverfahren sind die entstehenden Abwasser- oder Deponierprobleme. Eine Sonderstellung nimmt die Rauchgasentschwefelung ein.

2) Adsorptionsverfahren. Die Adsorber sind meist mit Aktivkohle gefüllt, zur Regeneration dient Wasserdampf oder Erhitzen des Adsorptionsmittels. Um den Ausfall des Reinigungseffektes während der Regenerationsphase zu vermeiden, werden mehrere Adsorber wechselseitig betrieben. Bei Kleinstanlagen wird das Adsorbens verworfen (Wegwerffilter).

3) Nachverbrennung. Man unterscheidet dabei zwischen thermischer und katalytischcr Nachverbrennung. Bei der thermischen Nachverbrennung (Abk. TNV) sind Temperaturen von 900 °C und ausreichende Verweilzeiten im Verbrennungsraum erforderlich. Im einfachsten Fall kann die thermische Nachverbrennung in anderen betrieblichen Verbrennungsanlagen (z. B. Kesselhäuser) erfolgen. Andernfalls muß die notwendige Temperatur durch Brennstoffe erzeugt werden. Das Verfahren wird dann sehr aufwendig und erzeugt seinerseits Luftverunreinigungen. Da aber luftverunreinigende organische Stoffe außer den Fremdelementen (Stickstoff, Schwefel, Halogene) zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut werden, ist dieses Verfahren lufthygienisch optimal. Bei der katalytischen Nachverbrennung (Abk. KNV) wird durch Anwendung von Katalysatoren die Verbrennungstemperatur auf etwa 350 bis 400 °C herabgesetzt. Die KNV ist von erheblicher Bedeutung für die A. von Kfz-Motoren.

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