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Lexikon der Chemie: Bernstein

Bernstein, Succinit, ein fossiles Harz. B. stellt ein Gemenge unterschiedlicher Verbindungen dar. Die durchschnittliche Zusammensetzung beträgt 78 % Kohlenstoff, 10 % Wasserstoff, 11 % Sauerstoff, 0,4 % Schwefel u. a. B. ist durchsichtig bis undurchsichtig trüb, Farbe hellgelb bis orange und gelblichrot, braun, gelblich-weiß, zuweilen gestreift, auch himmel- bis dunkelblau. Gegrabener B. ist mit einer Verwitterungsrinde bedeckt, die gefischtem B. oft fehlt. B. ist amorph mit muscheligem Bruch, spröde, Harzglanz, Härte nach Mohs 2 bis fast 3, D. 1,050 bis 1,096 g cm-3. B. brennt mit aromatischem Geruch (Weihrauchgeruch), er ist ein vorzüglicher Isolator für den elektrischen Strom. Geriebener B. lädt sich negativ auf. B. schmilzt bei etwa 375 °C, er löst sich nur z. T. in Alkohol, Ether, Chloroform, Terpentinöl u. a. Bei trockener Destillation entstehen als flüchtige Bestandteile Bernsteinöl und -säure; der Rückstand ist das grün fluoreszierende Bernstein-Kolophonium. B. ist unempfindlich gegen Flußsäure und Alkalien.

B. ist das Harz alttertiärer Kiefern und Fichten (hauptsächlich Pinus succinifera), das im unteren Oligozän ins Meer gespült und zusammen mit Ton, Sand und Glaukonit als "blaue Erde" abgelagert wurde. In dem anfangs weichen Harz sind oft Insekten, Federn und Pflanzenreste gut erhalten eingeschlossen.

B. dient vor allem zur Herstellung von Kunst- und Schmuckgegenständen. Bernsteinöl, ein durch Destillation von Bernsteinabfällen gewonnenes, mit Wasserdampf flüchtiges Öl, wird in der Lackindustrie verwendet.

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