Direkt zum Inhalt

Lexikon der Chemie: Carbide

Carbide, binäre Verbindungen des Kohlenstoffs mit elektropositiven Elementen, speziell mit zahlreichen Metallen, mit Bor und Silicium. Man unterscheidet ionische, kovalente und interstitielle (metallische) C.

Ionische C. leiten sich von den Elementen der I, II und III. Hauptgruppe des Periodensystems ab. Sie haben Ionengitter aus negativ geladenen Kohlenstoffspezies und den Metallkationen. Die Kohlenstoff-Anionen reagieren als starke Basen mit Wasser unter Bildung der entsprechenden korrespondierenden Säuren. Deshalb werden ionische C. durch Wasser zu Kohlenwasserstoffen und Metallhydroxiden zersetzt. Beryllium und Aluminium bilden Methanide, Be2C und Al4C3 (Aluminiumcarbid), die mit Wasser unter Freisetzung von Methan reagieren, z. B. Al4C3 + 12 H2O → 4 Al(OH)3 + 3 CH4. Von den Elementen der I. und II. Hauptgruppe, der I., II. und III. Nebengruppe und von Aluminium kennt man Acetylide (Ethin), denen C22--Ionen zugrunde liegen und die mit Wasser zu 2 Metallhydroxid und Ethin (Acetylen) reagieren. Deren wichtigster Vertreter ist das Calciumcarbid CaC2.

Kovalente C. sind wasser- und säurebeständige, gut kristallisierende Verbindungen, Typische Vertreter sind Siliciumcarbid SiC und Borcarbid B4C, in denen Si- und C-Atome die Positionen im Diamantgitter einnehmen bzw. Kohlenstoff in das Gitter des α-rhomboedrischen Bors eingebaut ist. Dies erklärt die chem. Resistenz und große Härte der kovalenten C.

Interstitielle C., metallische C., sind nichtstöchiometrische Verbindungen, in denen Kohlenstoff teilweise die Zwischengitterplätze in den Metallgittern vor allem der Elemente der IV. bis VIII. Nebengruppe besetzt. Zur Gewinnung der metallischen C. werden die Metalle oder Metalloxide mit Koks erhitzt oder die Metalle mit Ethin umgesetzt.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren
Dr. Andrea Acker, Leipzig
Prof. Dr. Heinrich Bremer, Berlin
Prof. Dr. Walter Dannecker, Hamburg
Prof. Dr. Hans-Günther Däßler, Freital
Dr. Claus-Stefan Dreier, Hamburg
Dr. Ulrich H. Engelhardt, Braunschweig
Dr. Andreas Fath, Heidelberg
Dr. Lutz-Karsten Finze, Großenhain-Weßnitz
Dr. Rudolf Friedemann, Halle
Dr. Sandra Grande, Heidelberg
Prof. Dr. Carola Griehl, Halle
Prof. Dr. Gerhard Gritzner, Linz
Prof. Dr. Helmut Hartung, Halle
Prof. Dr. Peter Hellmold, Halle
Prof. Dr. Günter Hoffmann, Eberswalde
Prof. Dr. Hans-Dieter Jakubke, Leipzig
Prof. Dr. Thomas M. Klapötke, München
Prof. Dr. Hans-Peter Kleber, Leipzig
Prof. Dr. Reinhard Kramolowsky, Hamburg
Dr. Wolf Eberhard Kraus, Dresden
Dr. Günter Kraus, Halle
Prof. Dr. Ulrich Liebscher, Dresden
Dr. Wolfgang Liebscher, Berlin
Dr. Frank Meyberg, Hamburg
Prof. Dr. Peter Nuhn, Halle
Dr. Hartmut Ploss, Hamburg
Dr. Dr. Manfred Pulst, Leipzig
Dr. Anna Schleitzer, Marktschwaben
Prof. Dr. Harald Schmidt, Linz
Dr. Helmut Schmiers, Freiberg
Prof. Dr. Klaus Schulze, Leipzig
Prof. Dr. Rüdiger Stolz, Jena
Prof. Dr. Rudolf Taube, Merseburg
Dr. Ralf Trapp, Wassenaar, NL
Dr. Martina Venschott, Hannover
Prof. Dr. Rainer Vulpius, Freiberg
Prof. Dr. Günther Wagner, Leipzig
Prof. Dr. Manfred Weißenfels, Dresden
Dr. Klaus-Peter Wendlandt, Merseburg
Prof. Dr. Otto Wienhaus, Tharandt

Fachkoordination:
Hans-Dieter Jakubke, Ruth Karcher

Redaktion:
Sabine Bartels, Ruth Karcher, Sonja Nagel


Partnervideos