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Lexikon der Chemie: Celluloseacetate

Celluloseacetate, Abk. CA, Acetylcellulose, Celluloseester, die durch Veresterung der freien Hydroxygruppen der Cellulose mittels Acetanhydrid entstehen. Zur technischen Herstellung von C. wird der Celluloserohstoff zunächst durch Behandlung mit Essigsäure aktiviert und anschließend durch Einwirkung von Acetanhydrid in Gegenwart von Zinkchlorid oder Schwefelsäure als Katalysator acetyliert. Das sich bildende Cellulosetriacetat (Triacetat) ist nur in wenigen Lösungsmitteln (Methylenchlorid, Ethylenchlorid, Chloroform) löslich und wenig weichmacherverträglich. Es wird im allg. durch Erwärmen mit verd. Schwefelsäure auf 50 bis 70 °C oder durch Einwirkung von Zinkchlorid-Essigsäure-Lösung und Einleiten von Chlorwasserstoff in das Cellulose-21/2-acetat umgewandelt, das an jeder zweiten Glucoseeinheit der Cellulose eine freie Hydroxygruppe enthält. Das acetonlösliche 21/2-acetat wird anschließend mit Wasser ausgefällt, ausgewaschen und getrocknet. Für die Verformung wird das C.-2 1/2-acetat in Aceton/Ethanol (8:2) bzw. das C.-triacetat in Dichlormethan/Methanol (9:1) gelöst, die Lösung durch Düsen in eine Trockenschacht gepreßt und als Fasern (Acetatkunstseide), Folien etc. gewonnen (Trockenspinnverfahren). Plastische Massen aus C., die 10 bis 30 % Weichmacher enthalten, werden vorwiegend zu Teilen verarbeitet, bei denen es auf Lichtechtheit, Oberflächenglanz und Wärmebeständigkeit ankommt (Werkzeugteile, Spielzeug, Kämme, Bürsten, Schnallen, Knöpfe, Brillengestelle, Trinkhalme, Radiogehäuse u. a.). Hauptverwendungsgebiet des Triacetats ist die Erzeugung von elektrischen Isolierfolien und von Unterlagen für Filme, die gegenüber denen aus Cellulosenitrat schwer entflammbar sind. Die Filmunterlagen werden aus Lösungen von Methylenchlorid-AlkoholGemischen unter Zusatz geringer Mengen von Weichmachern auf Trommel- oder Bandgießmaschinen hergestellt.

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