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Lexikon der Chemie: Chemosterilantien

Chemosterilantien, Gruppe von chem. Schädlingsbekämpfungsmitteln, die die Fortpflanzung verhindern oder die Fortpflanzungsfähigkeit von Lebewesen herabsetzen. Sie beeinflussen die Entwicklung der Geschlechtszellen. Dadurch ist es möglich, daß sich die sterilen Insekten selber ausrotten (Autozidverfahren).

Neben stoffwechselbeeinflussenden Substanzen gehören dazu vor allem alkylierende Substanzen mit cytostatischer Wirkung. Wichtige C. sind Aziridine, die in vivo Alkylgruppen auf einen zellulären Rezeptor übertragen können.

Chemosterilantien. Tab.: Wichtige Beispiele.



Es wird angenommen, daß der Wirkungsmechanismus mit einer Öffnung des Aziridinringes und einer direkt folgenden Wechselwirkung mit einem Zellmolekül, wie z. B. einem Nucleoprotein, verknüpft ist.

Der Nutzen der C. in der Schädlingsbekämpfung wird durch toxikologische Probleme an Warmblütern reduziert. Zukunftsträchtig scheinen aber kombinierte Anlock- und Sterilisationsverfahren. In Verbindung mit artspezifischen Pheromonen lockt man große Teile der Insektenpopulation an eng lokalisierte Stellen, wo sie durch Aufnahme von mit C. versetztem Futter oder durch Kontakt die zur Sterilisation benötigte Dosis aufnehmen.

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