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Lexikon der Chemie: Chromate

Chromate, anionische Komplexe des Chroms. C. im engeren Sinne sind Oxochromate(VI), die wiederum in Monochromate, [CrO4]n- (n = 2 ... 4), Dichromate (VI), [Cr2O7]2-, und Polychromate(VI), [CrnO3n+ 1]2- zu untergliedern sind. Monochromate(VI) sind, sofern das Kation die Farbe nicht beeinflußt, gelb gefärbt. Isolierte tetraedrische CrO4-Einheiten enthalten auch schwarze oder blauschwarze Oxochromate(V), M3[CrO4], sowie blauschwarze Oxochromate(IV), M4[CrO4]. C.(VI) sind starke Oxidationsmittel. Mit Wasserstoffperoxid reagieren sie im alkalischen Medium unter Bildung von roten Peroxochromaten(V), [M(O2)4]3-. Beim Ansäuern wäßriger Lösungen von Monochromaten entstehen über Kondensationsreaktionen Dichromate, M2Cr2O7: 2 CrO42- + 2 H+

Cr2O72- + H2O.

Die in Wasser leicht löslichen Dichromate sind orange bis rot gefärbt, schwer löslich ist z. B. das dunkelrote Silberdichromat, Ag2Cr2O7. Auch Dichromate sind starke Oxidationsmittel; mit Wasserstoffperoxid entstehen blaue Peroxochromate(VI), [HCrO6]-. Weitere Erhöhung der Acidität der Dichromatlösungen führt über Tri- und Tetrachromat zu Polychromaten der allg. Formel M2CrnO3n+1, während als Endprodukt dieser Kondensationsreaktion in stark saurem Medium Chrom(VI)-oxid gebildet wird. Alle Chromate(VI) sind sehr giftig (Chrom). Von technischer Bedeutung sind vor allem Natriummono- und -dichromat, die vielfach auch als Ausgangsstoffe für weitere C. dienen.

Wichtige Verbindungen sind die Chromate(III), besonders die Hexahydroxochromate(III), M3[Cr(OH)6], die bei Reaktionen von Chromoxid-Hydrat mit starken Laugen gebildet werden. Zu den Chromaten(III) gehören ferner Acidokomplexe, z. B. Hexaisothiocyanato- und Hexacyanochromat(III), [Cr(NCS)6]3- bzw. [Cr(CN)]63-, und anionische Chromiake, z. B. [CrAc4(NH3)2]-.

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