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Lexikon der Chemie: Cobaltkomplexe

Cobaltkomplexe, Koordinationsverbindungen des Cobalts in den Oxidationsstufen -III bis +V. Die beständigsten C. stellen oktaedrische, kinetisch inerte Cobalt(III)-Komplexe dar, die charakteristische Farben aufweisen und (bis auf wenige Ausnahmen, wie z. B. das [CoF6]3--Ion) diamagnetisch sind. Vor allem von historischem Interesse sind hierbei die einkernigen Ammincobalt(III)-Komplexe der Typen [Co(NH3)6-nLn]3+ und [CoYn(NH3)6-n]3-n (L = Neutralligand, Y = anionischer Ligand), die früher zusammenfassend als Cobaltiake und häufig nach ihren Farben bezeichnet wurden und deren Erforschung eine bedeutende Rolle bei der Aufstellung der Koordinationslehre durch Alfred Werner (Nobelpreis 1913) gespielt hat. Besonders wichtig sind weiterhin zweikernige Cobalt(III)-Komplexe des Typs [L5Co-O-O-CoL5]5+ (L = NH3) bzw. [L5Co-O-O-CoL5]5- (L = CN-), deren -O-O-Gruppierung als Peroxo- oder Hyperoxo-Brückenligand vorliegen kann (Disauerstoffkomplexe). Charakteristisch für Cobalt(II) sind einerseits Komplextypen mit
oktaedrischer Koordination und (meist) high spin-Konfiguration, wie das blaßrote Hexaaquacobalt(II)-Ion [Co(H2O)6]2+, andererseits, verglichen mit den meisten anderen Übergangsmetallen, besonders häufig auch solche mit tetraedrischer Koordination, wie das tiefblaue Tetracyanatocobaltat(II) [Co(NCO)4]2-. π-Akzeptorliganden, wie CO, Isocyanide oder CN-, stabilisieren niedere Wertigkeitsstufen des Cobalts, z. B. C. wie Co2(CO)8, M[Co(CO)4], Na3[Co(CO)3] (Cobaltcarbonyle), [Co(CNR)5]+ und [Co2(CN)8]8-. Die für Cobalt ungewöhnlichen Oxidationsstufen +IV und +V sind schließlich in den Fluoro- und den Oxocobaltaten Cs2[CoF6], Ba2[CoO4] und K3[CoO4] verwirklicht. C. spielen weiterhin eine wichtige Rolle in der Biosphäre (Vitamin B12).

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