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Lexikon der Chemie: Emulsion

Emulsion, ein disperses System, bei dem sowohl die disperse Phase als auch das Dispersionsmedium von Flüssigkeiten gebildet wird. Die häufigste Kombination ist Wasser mit einer in Wasser begrenzt löslichen organischen Flüssigkeit. Je nachdem, ob Wasser Dispersionsmedium oder disperse Phase ist, unterscheidet man Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W-Emulsion) und Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O-Emulsion). Welcher Emulsionstyp sich beim Vermischen zweier ineinander nicht löslicher Flüssigkeiten einstellt, wird vom Verhältnis der Lebensdauer der Öltropfen in Wasser und der der Wassertropfen in Öl bestimmt. Wenn sich die Lebensdauer beider Tropfensorten größenordnungsmäßig unterscheidet, bildet sich ein bestimmter Emulsionstyp heraus. Da man die Lebensdauer der Tröpfchen durch Zugabe grenzflächenaktiver Stoffe (Emulgatoren, Tenside) selektiv verändern kann, ist die Auswahl einer geeigneten Verbindung der wichtigste Schritt für die Herstellung einer E. Wasserlösliche Tenside stabilisieren O/W-Emulsionen, öllösliche W/O-Emulsionen. Eine empirische Klassifizierung von Tensiden als O/W- bzw. W/O-Emulgatoren wird durch den HLB-Wert (Abk. von engl. hydrophile lipophile balance) vorgenommen. Die Emulgierung erfordert in der Regel die Einbringung von mechanischer Energie durch Rührwerke, Vibratoren, Ultraschall.

Natürliche E. sind Milch und Kautschuk, künstliche E. sind Lebensmittel (Butter, Margarine, Mayonnaise), Kosmetika, Arzneimittel, Weichlatices.

Emulsionsspalter, z. B. Natriumsalze der Sulfonsäuren, Stärke oder Natriumoleat, können eine Deemulgierung bewirken.

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