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Lexikon der Chemie: Fungizide

Fungizide, (lat. fungus ›Pilz‹). Biologisch aktive Verbindungen zur Abtötung oder Wachstumshemmung von Pilzen oder deren Sporen. Während die in der Medizin beispielsweise gegen Hautpilze verwendeten Präparate als Antimykotika bezeichnet werden, versteht man unter F. die im Pflanzenschutz angewendeten Präparate. Dabei unterscheidet man je nach Befalls- oder Anwendungsort zwischen Blattfungiziden, Bodenfungiziden und Beizmitteln, wobei es sich jedoch durchaus um den gleichen Wirkstoff handeln kann. Bei der Wirkungsweise unterscheidet man zwischen Kontaktfungiziden und systemischen F., sowie zwischen protektiven, kurativen und eradikativen Mitteln. Protektive F. verhindern eine Infektion, kurative F. können während der Inkubationszeit eine Weiterinfektion stoppen und eradikative F. führen auch nach der Ausbildung der Symptome zu einem Heilungserfolg.

Wichtigster Angriffspunkt im Stoffwechsel der Pilze ist die Biosynthese von Ergosterin. Dieser Verbindung kommt als Bestandteil der Zellmembran zahlreicher Pilze Bedeutung zu. Wird die Ergosterinsynthese durch F. blockiert, so führt dies zur Veränderung der Membranstruktur und -funktion und zu Störungen bei der Teilung und Entwicklung der Pilzzellen.

Die wichtigsten chemischen Wirkstoffklassen sind

anorganische Fungizide

Benzimidazolfungizide

Dicarboximidfungizide

Imidazolfungizide

Strobilurine.

Während die Morpholine und Triazole seit Anfang der 80er Jahre den Fungizidmarkt bestimmen, gehören die Strobilurine seit Mitte der 90er Jahre zu den F. mit neuem Wirkungsmechanismus.

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