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Lexikon der Chemie: Gasaufbereitung

Gasaufbereitung, Gasreinigung, Verfahren zur Beseitigung von Feuchtigkeit, Fremdgasen, Dämpfen und Stäuben aus technischen Gasen. Die erste Stufe der G. bildet Kühlung und Kondensation. Dadurch werden einerseits unerwünschte Beimengungen, wie Wasserdampf und Kohlenwasserstoffe, weitgehend aus dem Gas ausgeschieden, andererseits wird das Gas auf eine für die weiteren Verfahrensschritte der G. benötigte bestimmte Temperatur abgekühlt.

Die nach Kühlung und Kondensation im Gas verbleibenden Beimengungen und unerwünschten Bestandteile werden je nach dem Verwendungszweck des Gases nach verschiedenen Verfahren entfernt. Zur Entstaubung werden verschiedenartige Entstaubungsanlagen verwendet, zur Entteerung Stoßglockenteerscheider, Elektrofilter, Zentrifugalwascher oder Venturi-Wascher, zur Entfernung von Kohlenwasserstoffen statistische oder dynamische Wascher und Wascher mit Schockwirkung (Einspritzen kalten Wassers in das heiße Gas), zur Entfernung von Schwefeloxiden Wascher mit Frisch- oder Kreislaufwasser (gegebenenfalls unter Zugabe von Lauge), zur Entfernung von Ruß Wascher mit Frisch- oder Kreislaufwasser oder Öl. Zur Entfernung von Ammoniak dienen verschiedene Typen von mit Wasser betriebenen Waschern sowie im Gasstrom befindliche Sättiger und Sprühwascher mit Schwefelsäure als Waschflüssigkeit. Zur Entfernung von Schwefelwasserstoff sind Trockenreinigeranlagen mit eisen- oder kohlenstoffhaltigen Gasreinigungsmassen im Einsatz. Für große Leistungen wendet man Naßreinigungsverfahren an, und zwar entweder Extraktionsverfahren oder physikalische Verfahren, z. B. die Druckwasserwäsche, die z. T. auch zur Entfernung von Kohlendioxid eingesetzt werden (Synthesegas). Die Entfernung von Cyanwasserstoff erfolgt wie bei der Trocken- oder Naßreinigung für Schwefelwasserstoff oder mit Wasser als Waschflüssigkeit, die Abtrennung von Kohlenwasserstoffen durch Wascher mit Waschöl als Absorptionsmittel, durch Aktivkohleadsorber und bei der Aufbereitung von Brenngasen unter Druck im Tiefkühlverfahren. Die Gastrocknung erreicht man durch Kühlung des Gases auf 2 bis 3 °C mittels Kompressions- und Absorptions- oder Adsorptionsmittel. Die Teilentfernung der organischen Schwefelverbindungen aus Brenngasen erfolgt z. B. durch Ölwäsche, im Aktivkohleverfahren oder nach chem. Verfahren, z. B. mit Natronlauge. Die Teilentfernung des Kohlenmonoxids wird durch Konvertierung vorgenommen.

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