Direkt zum Inhalt

Lexikon der Chemie: Ionenchromatographie

Ionenchromatographie, Variante der Ionenaustauschchromatographie, bei der der die Detektion störende Elektrolytuntergrund der mobilen Phase durch eine Nachsäulenderivatisierung zurückgedrängt wird. Bei der I. werden spezifische Reagenzien (z. B. Alizarin Rot S) eingesetzt, die nur mit den Probeionen zu hochempfindlich detektierbaren Komplexen reagieren, oder es werden durch die Kombination der Trennsäule mit einer nachgeschalteten zweiten Ionenaustauschersäule (Suppressor) die Eluenten neutralisiert bzw. abgefangen. Beispielsweise kann die sehr häufig für Kationentrennungen verwendete Salzsäure mit Hilfe eines Austauschers in der OH-Form als Suppressor durch Bildung der Cl-Form und Wasser neutralisiert werden. Neuere Methoden setzen semipermeable Ionenaustauschermembranen (Hollow-Fiber) als Suppressor ein. Noch kürzere Reaktionsstrecken und höhere Austauschkapazität bietet das Anlegen eines elektrischen Feldes für den beschleunigten Ionentransport in einer elektrochemischen Suppressorkammer.

Man unterscheidet Kationen- und Anionenchromatographie (Abb. 1a und 1b). Daneben kennt man im Falle der Anionenchromatographie auch eine vereinfachte Form durch Verwendung von 10-3 bis 10-4 molaren Lösungen von Phthalsäure als Eluent im pH-Bereich von 4 bis 6. Aufgrund der geringen elektrischen Leitfähigkeit entfällt die Kombination mit einer Suppressorsäule.



Ionenchromatographie. Abb. 1: (a) Kationenchromatographie, (b) Anionenchromatographie.



Ionenchromatographie. Abb. 2: Anionenchromatogramm einer Wasserprobe.

Der Nachweis der getrennten Ionen erfolgt durch Leitfähigkeitsmessungen oder mit Hilfe elektrochem. Detektoren. Als Apparaturen verwendet man Geräteanordnungen der Hochleistungsflüssigchromatographie.

Die I. findet Anwendung in der naßchem. Routineanalytik und variiert von Ionenbestimmungen in Trinkwasser über Abwasser bis hin zu organischen Matrizes wie Urin oder Blut (Abb. 2). Dabei sind Ionenkonzentrationen im %-Bereich (Meerwasser) genauso bestimmbar wie im mg/t-Bereich (Kesselspeisewasser).

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren
Dr. Andrea Acker, Leipzig
Prof. Dr. Heinrich Bremer, Berlin
Prof. Dr. Walter Dannecker, Hamburg
Prof. Dr. Hans-Günther Däßler, Freital
Dr. Claus-Stefan Dreier, Hamburg
Dr. Ulrich H. Engelhardt, Braunschweig
Dr. Andreas Fath, Heidelberg
Dr. Lutz-Karsten Finze, Großenhain-Weßnitz
Dr. Rudolf Friedemann, Halle
Dr. Sandra Grande, Heidelberg
Prof. Dr. Carola Griehl, Halle
Prof. Dr. Gerhard Gritzner, Linz
Prof. Dr. Helmut Hartung, Halle
Prof. Dr. Peter Hellmold, Halle
Prof. Dr. Günter Hoffmann, Eberswalde
Prof. Dr. Hans-Dieter Jakubke, Leipzig
Prof. Dr. Thomas M. Klapötke, München
Prof. Dr. Hans-Peter Kleber, Leipzig
Prof. Dr. Reinhard Kramolowsky, Hamburg
Dr. Wolf Eberhard Kraus, Dresden
Dr. Günter Kraus, Halle
Prof. Dr. Ulrich Liebscher, Dresden
Dr. Wolfgang Liebscher, Berlin
Dr. Frank Meyberg, Hamburg
Prof. Dr. Peter Nuhn, Halle
Dr. Hartmut Ploss, Hamburg
Dr. Dr. Manfred Pulst, Leipzig
Dr. Anna Schleitzer, Marktschwaben
Prof. Dr. Harald Schmidt, Linz
Dr. Helmut Schmiers, Freiberg
Prof. Dr. Klaus Schulze, Leipzig
Prof. Dr. Rüdiger Stolz, Jena
Prof. Dr. Rudolf Taube, Merseburg
Dr. Ralf Trapp, Wassenaar, NL
Dr. Martina Venschott, Hannover
Prof. Dr. Rainer Vulpius, Freiberg
Prof. Dr. Günther Wagner, Leipzig
Prof. Dr. Manfred Weißenfels, Dresden
Dr. Klaus-Peter Wendlandt, Merseburg
Prof. Dr. Otto Wienhaus, Tharandt

Fachkoordination:
Hans-Dieter Jakubke, Ruth Karcher

Redaktion:
Sabine Bartels, Ruth Karcher, Sonja Nagel


Partnerinhalte