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Lexikon der Chemie: Kaliumcyanid

Kaliumcyanid, veraltet Cyankali, KCN, farblose, hygroskopische, kubische Kristalle; D. 1,553 g cm-3, F. 634,5 °C. K. ist in Wasser leicht, in Alkohol nur wenig löslich. Bei Ausschluß von Luft, Feuchtigkeit und Kohlendioxid beständig, wird K. an feuchter Luft schon bei Raumtemperatur unter Bildung von Kaliumcarbonat und Blausäure zersetzt. Die wäßrige Lösung von K. reagiert infolge Hydrolyse alkalisch und riecht nach Blausäure. Die technische Herstellung von K. erfolgt gegenwärtig ausschließlich durch Neutralisation von Blausäure mit Kalilauge. Im technischen Einsatz ist K. heute weitgehend durch das billigere Natriumcyanid ersetzt, es findet jedoch vor allem noch Verwendung in der Galvanotechnik zur Abscheidung verschiedener Metalle, insbesondere Silber und Gold. In der chem. Analyse setzt man K. zur Maskierung störender Metall-Ionen ein. Zur gefahrlosen Beseitigung von Kaliumcyanidresten wird die Reaktion mit Eisensulfat zu Kaliumhexacyanoferrat(II) herangezogen: 6 KCN + FeSO4 → K4[Fe(CN)6] + K2SO4.

Kaliumcyanid ist außerordentlich giftig. Bereits etwa 50 mg wirken – peroral oder über Wunden in den Körper aufgenommen – sehr rasch tödlich. Weiteres Blausäure.

Kaliumcyanid ist gut verschlossen aufzubewahren, da es an der Luft durch Einwirkung von Kohlendioxid allmählich in Kaliumcarbonat übergeht und dabei die giftige Blausäure abgibt.

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