Direkt zum Inhalt

Lexikon der Chemie: Koagulation

Koagulation, die irreversible Zusammenballung kolloider Teilchen. Die K. kann durch die gegenseitige Annäherung der Teilchen aufgrund der Brown-Bewegung hervorgerufen werden (perikinetische K.) oder durch Einwirkung äußerer mechanischer Einflüsse (orthokinetische K.). Bei der K. sind sowohl abstoßende, elektrostatische Kräfte wirksam als auch anziehende London-Van-der-Waals-Kräfte. Des weiteren spielen sterische Faktoren, das Lösungsmittel und zugesetzte Elektrolyte eine Rolle. Eine quantitative Beschreibung der energetischen Verhältnisse bei der Annäherung zweier Teilchen liefert die DLVO-Theorie. Je nach Art des betrachteten dispersen Systems kommt es bei der Annäherung der Teilchen zuerst zu einer lockeren Zusammenballung, bei der die Teilchen in einem bestimmten Mindestabstand voneinander fixiert bleiben (Ausflocken). Zur weiteren Annäherung müssen die Teilchen eine Energiebarriere überwinden, die sich aus dem Überwiegen der elektrostatischen Abstoßungskräfte ergibt. Haben sie diese Energiebarriere überwunden, kommt es zur eigentlichen Koagulation (s. a. Aggregation, Koaleszenz). Im koagulierten Zustand befinden sich die Teilchen in einem so tiefen Energieminimum, daß sie sich durch einfache Methoden, wie z. B. Rühren, nicht redispergieren lassen. Bei Anwesenheit von Abstoßungskräften wird die Koagulationsgeschwindigkeit durch die Häufigkeit des Zusammentreffens von Teilchen aufgrund der Brown-Bewegung bestimmt (maximal mögliche Geschwindigkeit). Sind Abstoßungskräfte vorhanden, verringert sich die Koagulationsgeschwindigkeit.

Die K. kann durch Zugabe von Schutzkolloiden zurückgedrängt werden. (Erhöhung der Energiebarriere durch Erhöhung der Abstoßungskräfte). S. a. Schulze-Hardy-Regel, Kolloide.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren
Dr. Andrea Acker, Leipzig
Prof. Dr. Heinrich Bremer, Berlin
Prof. Dr. Walter Dannecker, Hamburg
Prof. Dr. Hans-Günther Däßler, Freital
Dr. Claus-Stefan Dreier, Hamburg
Dr. Ulrich H. Engelhardt, Braunschweig
Dr. Andreas Fath, Heidelberg
Dr. Lutz-Karsten Finze, Großenhain-Weßnitz
Dr. Rudolf Friedemann, Halle
Dr. Sandra Grande, Heidelberg
Prof. Dr. Carola Griehl, Halle
Prof. Dr. Gerhard Gritzner, Linz
Prof. Dr. Helmut Hartung, Halle
Prof. Dr. Peter Hellmold, Halle
Prof. Dr. Günter Hoffmann, Eberswalde
Prof. Dr. Hans-Dieter Jakubke, Leipzig
Prof. Dr. Thomas M. Klapötke, München
Prof. Dr. Hans-Peter Kleber, Leipzig
Prof. Dr. Reinhard Kramolowsky, Hamburg
Dr. Wolf Eberhard Kraus, Dresden
Dr. Günter Kraus, Halle
Prof. Dr. Ulrich Liebscher, Dresden
Dr. Wolfgang Liebscher, Berlin
Dr. Frank Meyberg, Hamburg
Prof. Dr. Peter Nuhn, Halle
Dr. Hartmut Ploss, Hamburg
Dr. Dr. Manfred Pulst, Leipzig
Dr. Anna Schleitzer, Marktschwaben
Prof. Dr. Harald Schmidt, Linz
Dr. Helmut Schmiers, Freiberg
Prof. Dr. Klaus Schulze, Leipzig
Prof. Dr. Rüdiger Stolz, Jena
Prof. Dr. Rudolf Taube, Merseburg
Dr. Ralf Trapp, Wassenaar, NL
Dr. Martina Venschott, Hannover
Prof. Dr. Rainer Vulpius, Freiberg
Prof. Dr. Günther Wagner, Leipzig
Prof. Dr. Manfred Weißenfels, Dresden
Dr. Klaus-Peter Wendlandt, Merseburg
Prof. Dr. Otto Wienhaus, Tharandt

Fachkoordination:
Hans-Dieter Jakubke, Ruth Karcher

Redaktion:
Sabine Bartels, Ruth Karcher, Sonja Nagel


Partnerinhalte