Direkt zum Inhalt

Lexikon der Chemie: Kontamination

Kontamination, 1) die Anreicherung von Schadstoffen im Boden und im Grundwasser, in Tier, Mensch und Pflanzen sowie in Nahrungsmitteln, überwiegend durch industrielle und verkehrsbedingte Immissionen hervorgerufen. Ensteht nach Aufnahme gasförmiger Stoffe durch Assimilationsorgane der Pflanzen, Aufnahme durch Wurzeln aus dem Boden oder Ablagerung von Staubniederschlägen auf oberirdischen Pflanzenteilen. Zum Teil in beträchtlichen Mengen gespeicherte Schadstoffe gelangen über die Nahrungskette zum Nachnutzer (Tiere, Menschen) und können gesundheitliche Schäden auslösen. Von besonderer Bedeutung ist die radioaktive K. (radioaktive Verseuchung), die unerwünschte Verteilung radioaktiver Substanzen derart, daß sie gesundheitsgefährdend wirken oder bestimmte Einrichtungen für ihren Verwendungszweck unbrauchbar machen. Die radioaktive K. tritt z. B. als Folge radioaktiver Kampfstoffe (Atombombe), bei Reaktorunfällen und bei unsachgemäßem Umgang mit radioaktiven Präparaten auf. Dabei besteht die Gefahr der Inkorporation dieser Substanzen über die Atmungswege, durch die Haut (besonders bei Wunden) und bei der Nahrungsaufnahme.

Die K. mit chem. Schadstoffen tritt z. B. infolge unsachgemäßer Anwendung (Überdosierung) oder durch Verlagerung (Migration) applizierter Schadstoffe in andere Umweltbereiche (z. B. Grundwasser) auf. Chem. K. kann auch die Folge des Einsatzes chem. Kampfstoffe sein. Die Entfernung der K. wird als Entgiftung bezeichnet.

2) in der Analytik die Verunreinigung einer Substanz (entweder der zu bestimmenden oder einer die Analyse beeinflussenden Substanz) während der Probenaufarbeitung, d.h. von der Probenahme bis zur eigentlichen Bestimmung. Die Probenkontamination stellt ein besonderes Problem der Spurenanalytik dar.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren
Dr. Andrea Acker, Leipzig
Prof. Dr. Heinrich Bremer, Berlin
Prof. Dr. Walter Dannecker, Hamburg
Prof. Dr. Hans-Günther Däßler, Freital
Dr. Claus-Stefan Dreier, Hamburg
Dr. Ulrich H. Engelhardt, Braunschweig
Dr. Andreas Fath, Heidelberg
Dr. Lutz-Karsten Finze, Großenhain-Weßnitz
Dr. Rudolf Friedemann, Halle
Dr. Sandra Grande, Heidelberg
Prof. Dr. Carola Griehl, Halle
Prof. Dr. Gerhard Gritzner, Linz
Prof. Dr. Helmut Hartung, Halle
Prof. Dr. Peter Hellmold, Halle
Prof. Dr. Günter Hoffmann, Eberswalde
Prof. Dr. Hans-Dieter Jakubke, Leipzig
Prof. Dr. Thomas M. Klapötke, München
Prof. Dr. Hans-Peter Kleber, Leipzig
Prof. Dr. Reinhard Kramolowsky, Hamburg
Dr. Wolf Eberhard Kraus, Dresden
Dr. Günter Kraus, Halle
Prof. Dr. Ulrich Liebscher, Dresden
Dr. Wolfgang Liebscher, Berlin
Dr. Frank Meyberg, Hamburg
Prof. Dr. Peter Nuhn, Halle
Dr. Hartmut Ploss, Hamburg
Dr. Dr. Manfred Pulst, Leipzig
Dr. Anna Schleitzer, Marktschwaben
Prof. Dr. Harald Schmidt, Linz
Dr. Helmut Schmiers, Freiberg
Prof. Dr. Klaus Schulze, Leipzig
Prof. Dr. Rüdiger Stolz, Jena
Prof. Dr. Rudolf Taube, Merseburg
Dr. Ralf Trapp, Wassenaar, NL
Dr. Martina Venschott, Hannover
Prof. Dr. Rainer Vulpius, Freiberg
Prof. Dr. Günther Wagner, Leipzig
Prof. Dr. Manfred Weißenfels, Dresden
Dr. Klaus-Peter Wendlandt, Merseburg
Prof. Dr. Otto Wienhaus, Tharandt

Fachkoordination:
Hans-Dieter Jakubke, Ruth Karcher

Redaktion:
Sabine Bartels, Ruth Karcher, Sonja Nagel


Partnerinhalte