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Lexikon der Chemie

Platinlegierungen

Platinlegierungen, Legierungen mit den Platinmetallen als Hauptlegierungselement. Platinmetalle sind im flüssigen Zustand miteinander mischbar. Platin, Iridium, Palladium und Rhodium bilden beim Erstarren miteinander Mischkristalle. Im System Platin/Iridium und Platin/Gold treten bei tieferen Temperaturen Mischungslücken auf. Osmium und Iridium bilden ebenfalls untereinander Legierungen, desgleichen Platin und Ruthenium. In der Laboratoriumstechnik verwendet man für Tiegel, Schalen, Schiffchen und Elektroden die Legierung 97 % Platin, 3 % Iridium, vereinzelt auch mit höherem Platingehalt, und 95 % Platin, 5 % Gold (Geräteplatin), da sie eine bessere Formbeständigkeit als Reinplatin hat. Die Formbeständigkeit des Platins kann auch durch Dispersionshärten unter Zusatz von Zirconiumdioxid ZrO2 (100 ppm) erhöht werden. Eine Legierung 95 % Platin, 5 % Rhodium wird als Katalysatornetz bei der Ammoniakverbrennung verwendet. Aus Platin-Rhodium- oder Platin-Ruthenium-Legierungen werden Schalen zum Schmelzen von Spezialgläsern sowie Spinndüsen für Chemiefaserstoffe hergestellt, letztere auch aus Geräteplatin. Die Legierung 10 bis 30 % Rhodium, Rest Platin ist bis 1500 °C als Heizleiter einsetzbar. Das technisch wichtigste Thermoelementpaar ist Pt/Rh-Pt. Es läßt Temperaturmessungen im Bereich von 800 bis 1600 °C zu. Als Juwelierplatin werden die Legierungen 96 % Platin und 4 % Kupfer, 96 % Platin und 4 % Blei, vereinzelt 90 % Platin und 10 % Iridium verwendet. Auch als Dentallegierungen werden P. eingesetzt. Für Federspitzen von Füllfederhaltern haben sich Legierungskombinationen unter Verwendung von Ruthenium, Iridium und Osmium bewährt. Das in Paris aufbewahrte Urmeter besteht aus einer Legierung 90 % Platin und 10 % Iridium. Als Legierungszusatz zu Titan verbessern einige Platinmetalle dessen Korrosionsbeständigkeit (Titanlegierungen).

  • Die Autoren
Dr. Andrea Acker, Leipzig
Prof. Dr. Heinrich Bremer, Berlin
Prof. Dr. Walter Dannecker, Hamburg
Prof. Dr. Hans-Günther Däßler, Freital
Dr. Claus-Stefan Dreier, Hamburg
Dr. Ulrich H. Engelhardt, Braunschweig
Dr. Andreas Fath, Heidelberg
Dr. Lutz-Karsten Finze, Großenhain-Weßnitz
Dr. Rudolf Friedemann, Halle
Dr. Sandra Grande, Heidelberg
Prof. Dr. Carola Griehl, Halle
Prof. Dr. Gerhard Gritzner, Linz
Prof. Dr. Helmut Hartung, Halle
Prof. Dr. Peter Hellmold, Halle
Prof. Dr. Günter Hoffmann, Eberswalde
Prof. Dr. Hans-Dieter Jakubke, Leipzig
Prof. Dr. Thomas M. Klapötke, München
Prof. Dr. Hans-Peter Kleber, Leipzig
Prof. Dr. Reinhard Kramolowsky, Hamburg
Dr. Wolf Eberhard Kraus, Dresden
Dr. Günter Kraus, Halle
Prof. Dr. Ulrich Liebscher, Dresden
Dr. Wolfgang Liebscher, Berlin
Dr. Frank Meyberg, Hamburg
Prof. Dr. Peter Nuhn, Halle
Dr. Hartmut Ploss, Hamburg
Dr. Dr. Manfred Pulst, Leipzig
Dr. Anna Schleitzer, Marktschwaben
Prof. Dr. Harald Schmidt, Linz
Dr. Helmut Schmiers, Freiberg
Prof. Dr. Klaus Schulze, Leipzig
Prof. Dr. Rüdiger Stolz, Jena
Prof. Dr. Rudolf Taube, Merseburg
Dr. Ralf Trapp, Wassenaar, NL
Dr. Martina Venschott, Hannover
Prof. Dr. Rainer Vulpius, Freiberg
Prof. Dr. Günther Wagner, Leipzig
Prof. Dr. Manfred Weißenfels, Dresden
Dr. Klaus-Peter Wendlandt, Merseburg
Prof. Dr. Otto Wienhaus, Tharandt

Fachkoordination:
Hans-Dieter Jakubke, Ruth Karcher

Redaktion:
Sabine Bartels, Ruth Karcher, Sonja Nagel


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