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Lexikon der Chemie: Polypeptidantibiotika

Polypeptidantibiotika, zur heterogenen Stoffklasse der Antibiotika gehörende Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die die Vermehrung anderer Mikroorganismen hemmen. Die Klassifizierung der mehr als 300 bekannten P. ist äußerst kompliziert, wobei als Grobunterteilung zwischen linearen und cyclischen P. unterschieden wird. Bei den mengenmäßig dominierenden ringförmigen P. differenziert man zwischen homodet cyclischen und heterodet cyclischen Peptiden (Depsipeptiden). Infolge der Ringstruktur und des oftmals hohen Anteils an D-Aminosäuren bzw. anderen nichtproteinogenen Bausteinen sind viele P. proteolyseresistent. Die antibakterielle Wirkung erstreckt sich auf grampositive und gramnegative Erreger. Wegen der hohen Toxizität ist nur in wenigen Fällen eine systematische Anwendung vertretbar. P. werden in der Regel nichtribosomal durch Multienzymkomplexe synthetisiert. Eine Ausnahme bilden die am Ribosom aufgebauten Lantibiotika. P. mit hemmender Wirkung auf die Biosynthese der Bakterienzellwand sind z. B. Cephalosporine, D-Cycloserin, Bacitracin, Vancomycin. Weitere P. zeigen hemmende Wirkung auf die Synthese und Funktion von Nucleinsäuren, wie beispielsweise die Actinomycine und die Chinoxaline. Bei den membranaktiven Antibiotika unterscheidet man oft zwischen ionophoren, die den Durchtritt von Ionen durch biologische Membranen induzieren und Antibiotika, die eine Membranschädigung verursachen. Wichtige Vertreter sind die Gramicidine, Valinomycin, Enniatine, Alamethicin u. a. Zu den Glycopeptidantibiotika zählt das Vancomycin, während die Cecropine zu den amphiphilen P. gehören.

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