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Lexikon der Chemie: Polyvinylchloridfasern

Polyvinylchloridfasern, Abk. CLF, Chemiefasern aus linear polymerisierten Makromolekülen mit mindestens 50% Masseanteil Vinylchlorid.

P. waren die ersten technisch erzeugten Synthesefasern. Reines Polyvinylchlorid kann nach Lösen in einem Gemisch von Aceton und Schwefelkohlenstoff nach dem Trockenspinnverfahren gewonnen werden. Auch in Lösung von Tetrahydrofuran können nach einem modifizierten Naßspinnverfahren P. erzeugt werden. Mit dem Extruderverfahren (Schmelzspinnverfahren) lassen sich grobe P. (Monofile; textile Faserstoffe) herstellen. Meist wird jedoch das Polyvinylchlorid in Tetrachlorethan suspendiert und durch Einleiten von Chlorgas nachchloriert, so daß es einen Chlorgehalt von etwa 64% aufweist. Dieses PC-Pulver läßt sich in Aceton lösen und wird nach einem Naß- oder Trockenspinnverfahren zu Filamenten gesponnen, die gereckt sowie nachbehandelt werden und meist zu Spinnfasern geschnitten und gekräuselt werden. Die Löslichkeit im preisgünstigen Aceton wird auch durch Copolymerisation des Polyvinylchlorides mit Vinylacetat oder mit Vinylidenchlorid erreicht.

P. sind empfindlich gegenüber organischen Lösungsmitteln, jedoch beständig gegen organische Chemikalien.

Sie sind fäulnisfest und nicht brennbar. Weitere Eigenschaften sind ihre sehr gute elektrische Isolierfähigkeit, die hohe elektrostatische Aufladung, ein hoher Schrumpf bei Wärmeeinwirkung sowie ein hohes Wärmerückhaltevermögen.

P. werden als Dekorationsstoffe, für technische Textilien und rheumalindernde Unterwäsche verwendet (textile Faserstoffe).

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