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Lexikon der Ernährung: D-Glucose

D-Glucose, Glc, Traubenzucker, Dextrose, E glucose, eine Aldohexose, die der Galactose stereoisomer ist. D-G. kristallisiert aus Wasser oder heißem Ethanol als α-D-Glucopyranose, ein weißes, kristallines Pulver, leicht löslich in Wasser, sehr schwer löslich in Ethanol. D-G. schmeckt weniger süß als Saccharose. D-G. ist das am meisten verbreitete Monosaccharid, das als Bestandteil verschiedener mit der Nahrung zugeführter Kohlenhydrate (Stärke, Lactose, Saccharose) im Verdauungstrakt freigesetzt wird oder Bestandteil des körpereigenen Speicherkohlenhydrats Glycogen ist. In freier Form findet sich D-G. in Früchten, im Honig sowie zu etwa 0,1% im Blut (Blutzucker).
Stoffwechsel: D-G. bzw. deren Phosphorsäureester sind außerdem wichtige Intermediate des Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsels, praktisch alleiniger Energielieferant der Nervenzellen (Gehirnstoffwechsel).
Die an der Bürstensaummembran durch Spaltung von Dextrinen und Disacchariden freigesetzte D-G. wird (wie D-Galactose) über den SGLT1-Transporter (E sodium dependent glucose transporter, Transportsysteme) aktiv resorbiert und über das Pfortaderblut der Leber zugeführt, wo die Aufnahme durch den insulinabhängigen GLUT-2-Transporter in die Leberzelle erfolgt. Dort wird sie durch die leberspezifische Glucokinase (in anderen Zelltypen durch das Isoenzym Hexokinase) zu Glucose-6-phosphat phosphoryliert. Dieses kann:
1) über den Weg der Glycolyse zu Pyruvat abgebaut werden;
2) nach Isomerisierung zu Glucose-1-phosphat über das Intermediat UDP-Glucose der Glycogen-Synthese (und der Bildung von D-Galactose, Galactosestoffwechsel, Abb.) dienen;
3) über den Pentosephosphat-Zyklus zu CO2 abgebaut werden.
Neben den Wegen des Glucose-Abbaus bzw. Umbaus ist die Bildung von Glucose aus Nicht-Kohlenhydrat-Vorstufen, die Gluconeogenese entscheident für die Homöostase der Blut-Glucose-Konzentration. Im Zustand der Glucose-Homöostase stehen beim Erwachsenen eine Glucose-Bereitstellung von ca. 900 g aus der Nahrung (300 g), der Glycogenolyse (400 g) und der Gluconeogenese (200 g) ein ebenso hoher Verbrauch durch den Stoffwechsel des Nervensystems, der Niere und der Erythrocyten (200 g) sowie der übrigen Gewebe (700 g) gegenüber.

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