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Lexikon der Ernährung: krebserzeugend (Kategorien)

krebserzeugend (Kategorien), E carcinogenic / cancerogenic categories, beschreibt auf der Grundlage fortgeschrittener Erkenntnisse zu Wirkungsmechanismen und Wirkungsstärke cancerogener Substanzen das mit deren Aufnahme verbundene Risiko, wobei fünf Kategorien unterschieden werden.
Kategorie 1: Stoffe, die beim Menschen Krebs erzeugen und bei denen davon auszugehen ist, dass sie einen nennenswerten Beitrag zum Krebsrisiko leisten. Epidemiologische Untersuchungen geben hinreichende Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen einer Exposition beim Menschen und dem Auftreten von Krebs. Andernfalls können epidemiologische Daten durch Informationen zum Wirkungsmechanismus beim Menschen gestützt werden (z. B. Arsentrioxid, Asbest, Eichenholzstaub).
Kategorie 2: Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen anzusehen sind, weil durch hinreichende Ergebnisse aus Langzeit-Tierversuchen oder Hinweisen aus Tierversuchen und epidemiologischen Untersuchungen davon auszugehen ist, dass sie einen nennenswerten Beitrag zum Krebsrisiko leisten. Andernfalls können Daten aus Tierversuchen durch Informationen zum Wirkungsmechanismus und aus in-vitro- und Kurzzeit-Tierversuchen gestützt werden (z. B. Chrom-[VI]-Verbindungen, Steinwolle, Hydrazin).
Kategorie 3: Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben, aber aufgrund unzureichender Informationen nicht endgültig beurteilt werden können. Aus in-vitro- oder aus Tierversuchen liegen Anhaltspunkte für eine krebserzeugende Wirkung vor, die jedoch zur Einordnung in eine andere Kategorie nicht ausreichen. Die Einstufung ist vorläufig. Zur endgültigen Entscheidung sind weitere Untersuchungen erforderlich. Sofern keine genotoxischen Wirkungen erkennbar sind, kann ein MAK-Wert (maximale Arbeitsplatz-Konzentration) festgelegt werden (z. B. Anilin, Ozon, Phenol).
Kategorie 4: Stoffe mit krebserzeugender Wirkung, bei denen genotoxische Effekte keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Bei Einhaltung des MAK-Wertes ist kein nennenswerter Beitrag zum Krebsrisiko für den Menschen zu erwarten. Die Einstufung wird insbesondere durch Befunde zum Wirkungsmechanismus gestützt, die darauf hinweisen, dass Steigerungen der Zellproliferation oder Änderungen der Differenzierung im Vordergrund stehen. Zur Charakterisierung des Risikos werden die vielfältigen Mechanismen, die zur Cancerogenese beitragen können, sowie ihre charakteristischen Dosis-Zeit-Wirkungsbeziehungen berücksichtigt (z. B. Lindan, Ölsäure, Schwefelsäure).
Kategorie 5: Stoffe mit krebserzeugender und genotoxischer Wirkung, deren Einwirkungsstärke jedoch als so gering erachtet wird, dass unter Einhaltung des MAK-Wertes kein nennenswerter Beitrag zum Krebsrisiko für den Menschen zu erwarten ist. Die Einstufung wird gestützt durch Informationen zum Wirkungsmechanismus, zur Dosisabhängigkeit und durch toxikokinetische Daten zum Spezies-Vergleich (z. B. Ethanol, Styrol).

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