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Lexikon der Ernährung: Magencarcinom

Magencarcinom, Magenkrebs, E gastric cancer, Tumorerkrankung des Magens. Beim M. unterscheidet man das Frühcarcinom, das nur die Magenschleimhaut befällt, und das fortgeschrittene M., das die tieferen Magenwandschichten infiltriert. Obwohl die Inzidenz (Krebsinzidenz) des M. rückläufig ist, zählt es neben dem Colon- und dem Pankreascarcinom zu den häufigsten malignen Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes. Es tritt vor allem zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Die höchste Carcinominzidenz findet sich in Japan.
Die Ursachen für ein M. sind bislang noch ungeklärt, jedoch scheinen Umwelt- und Ernährungsfaktoren, genetische Faktoren sowie präcanceröse Faktoren (z. B. chronische Gastritis, Magenteilresektion) eine Rolle zu spielen. Jedoch ist die Häufigkeit des M. seit Jahren rückläufig, was wahrscheinlich auf die allgemeine Verbesserung der Ernährungssituation und der Lebensmittelhygiene zurückzuführen ist. Versuche, bestimmte Nahrungsbestandteile für die Entstehung des M. verantwortlich zu machen, blieben bislang erfolglos, jedoch werden der Verzehr von gepökeltem und geräuchertem Fleisch und Fisch (z. B. Speck, Schinken, Kasseler, Pökelfleisch, Räucherfisch), der Salzkonsum und der Gehalt an Nitraten diskutiert.
Die pathogenetische Rolle des Magenkeims Helicobacter pylori ist noch nicht exakt definiert, eine Helicobacter-Infektion scheint aber allein nicht für ein M. verantwortlich zu sein. Jedoch kann durch Besiedlung der Magenschleimhaut mit diesem Keim zusammen mit anderen Faktoren, z. B. einem zu hohen Kochsalzverzehr, die Entstehung einer chronisch-atrophischen Gastritis mit mangelnder Salzsäurebildung gefördert werden. Die sich durch den Säuremangel übermäßig ansiedelnden nitratreduzierenden Bakterien wandeln das mit Trinkwasser und der Nahrung aufgenommene Nitrat in Nitrit um, aus dem u. a. carcinogene N-Nitrosoverbindungen synthetisiert werden können. Diese Reaktion kann durch Vitamin C und Vitamin E, also durch hohen Obst- und Gemüseverzehr, gehemmt werden.
Die Symptomatik des M. ist relativ unspezifisch und besteht in mangelndem Appetit, Speisenunverträglichkeit, Übelkeit, Erbrechen, Druck- und Völlegefühl, Dysphagie sowie gastrointestinalen Blutungen. Die Diagnose wird anhand der Gastroskopie mit Biopsie, Röntgenkontrastmitteluntersuchung bzw. per Ultraschalluntersuchung gestellt. Die Therapie besteht in einer subtotalen Magenresektion, evtl. mit Chemo- bzw. Strahlentherapie. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate nach chirurgischer Therapie beträgt zwischen 20 und 30 %, bei Frühcarcinomen ca. 90 %.

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