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Lexikon der Geowissenschaften: Weltorganisation für Meteorologie

Weltorganisation für Meteorologie, Organisation Météorologique Mondiale, OMM, World Meteorological Organization, WMO, auf Meteorologie und Hydrologie spezialisierte Unterorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf, der 179 Staaten und sechs Hoheitsgebiete angehören. Der Beschluß zur Gründung der WMO wurde 1947 gefaßt, im Jahre 1951 begann sie als Nachfolgeorganisation der Internationalen Organisation für Meteorologie mit ihren Aktivitäten (seit 1962 Weltjahrestag der Meteorologie). Die WMO koordiniert weltweite wissenschaftliche Aktivitäten zur raschen Bereitstellung von genauen meteorologischen Daten und anderen meteorologischen Diensten für die Allgemeinheit sowie für private und gewerbliche Nutzung. Sie trägt zur Sicherheit von Leben und Eigentum sowie zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Völker und zum Schutze der Umwelt bei.

Zweck der WMO ist im einzelnen: a) Erleichterung der weltweiten Zusammenarbeit bei der Errichtung von Stationsnetzwerken für die Gewinnung von meteorologischen, hydrologischen und anderen geophysikalischen Beobachtungen mit Bezug zur Meteorologie sowie die Förderung des Aufbaues und Betriebs von Zentren, die mit der Bereitstellung von meteorologischen und verwandten Dienstleistungen beauftragt sind; b) Förderung des Aufbaus und Betriebs von Systemen zum schnellen weltweiten Austausch meteorologischer Informationen; c) Förderung der Standardisierung von meteorologischen und verwandten Beobachtungen und Sicherstellung einer einheitlichen Veröffentlichung der Beobachtungsdaten und Statistiken; d) Förderung der Anwendung der Meteorologie in den Bereichen Luftfahrt, Seeschiffahrt, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und in anderen Tätigkeitsgebieten; e) Förderung von Aktivitäten in der operationellen Hydrologie und Unterstützung einer engen Zusammenarbeit von meteorologischen und hydrologischen Diensten; f) Förderung von Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Meteorologie und Unterstützung bei der Koordinierung entsprechender internationaler Aktivitäten.

Oberste Körperschaft der Organisation ist der Meteorologische Weltkongreß, welcher die Delegierten aller Mitgliedsstaaten alle vier Jahre zusammenbringt, um die allgemeine Politik für die Erfüllung der Zwecke der Organisation zu bestimmen. Ferner gibt es den Exekutivrat, der sich aus 36 Leitern nationaler meteorologischer bzw. hydrologischer Dienste zusammensetzt und sich mindestens einmal im Jahr trifft, um die vom Kongreß genehmigten Programme zu überwachen. Darüber hinaus gibt es das Sekretariat unter Leitung des Generalsekretärs, wo die Verwaltung, Dokumentation und das Informationszentrum ihren Sitz haben. Daneben existieren sechs Regionalvereinigungen (Afrika, Asien, Europa, Nord- und Zentralamerika, Südamerika und Südwestpazifik), deren Aufgabe es ist, meteorologische und verwandte Aktivitäten innerhalb ihrer jeweiligen Region zu koordinieren.

Es gibt acht mit berufenen Experten besetzte Technische Kommissionen, die für Untersuchungen operationeller meteorologischer und hydrologischer Systeme, Anwendungen und entsprechende Forschung zuständig sind. Die Technischen Kommissionen sind: Agrarmeteorologie, Atmosphärenwissenschaften, Basissysteme, Flugmeteorologie, Hydrologie, Instrumente und Beobachtungsmethoden, Klimatologie, maritime Meteorologie.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben führt die WMO verschiedene Programme durch. Das wichtigste ist die sogenannte Weltwetterwacht (Weltwetterüberwachung), welche der einheitlichen und raschen weltweiten Bereitstellung meteorologischer Beobachtungsdaten dient. Weitere Programme sind das Weltklimaprogramm (WCP) mit seinen Unterprogrammen, das Atmosphärische Forschungs- und Entwicklungsprogramm mit dem Unterprogramm Globale Atmosphärenüberwachung, das auch ein Globales Ozon-Beobachtungssystem beinhaltet sowie das Meßnetz zur Messung der Hintergrund-Luftverschmutzung, das Hydrologie- und Wasserressourcenprogramm, das Tropische Zyklonen-Programm, das Aus- und Fortbildungsprogramm für meteorologische und hydrologische Dienste, meteorologische Anwendungsprogramme für Agrarmeteorologie, Flugmeteorologie, maritime Meteorologie und das Programm zur Verbesserung der Instrumente und Beobachtungsmethoden sowie ein Programm zur technischen Zusammenarbeit in der Weitergabe neuen meteorologischen und hydrologischen Wissens und Methoden unter den Mitgliedern.

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