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Metzler Lexikon jüdischer Philosophen: Heinrich Loewe

(Heinrich Sachse)

Geb. 11.7.1869 in Groß-Wanzleben;

gest. 2.8.1951 in Haifa

L. gehörte zu den wenigen Juden in Deutschland, die schon vor Herzl, d.h. im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, zum Zionismus gefunden haben. Zusammen u.a. mit David Wolffsohn, Max Bodenheimer und Leo Motzkin gehörte er zu den Pionieren des Zionismus in Deutschland. Dabei war L. nicht nur Begründer und Leiter einer Vielzahl nationaljüdischer bzw. zionistischer Organisationen und Vereine, sondern auch – u.a. als Herausgeber der Jüdischen Rundschau ebenso wie als Bibliothekar und als Ethnologe – ein Denker des Judentums im Sinne einer nationaljüdischen Uminterpretation der Wissenschaft des Judentums.

L. entstammt einer assimilierten, dennoch nicht von der jüdischen Tradition entfremdeten Familie aus Sachsen und erhielt als Schüler zunächst in Groß-Wanzleben in der Nähe von Magdeburg, darauf – als einziger Jude – am Magdeburger »Pädagogium zum Kloster unserer lieben Frauen« eine theologisch geprägte, humanistische Bildung. Geradezu als eine »Offenbarung« verzeichnet er noch als Schüler in seinem Tagebuch die Lektüre des fünften Bandes von Heinrich Graetz’ Geschichte der Juden, die Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmud (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) (1860). Daneben half L. dem Magdeburger Ortsrabbiner Moritz Rahmer – einem Graetz-Schüler und L.s Religionslehrer – bei der Herausgabe der Israelitischen Wochenschrift. Nach der Schule studierte er an der Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums – angeregt von Graetz – jüdische Geschichte bei David Cassel, Moritz Lazarus und Heymann Steinthal. Zugleich studierte er orientalische Sprachen, Geschichte und Philosophie an der Berliner Universität, wo er 1894 mit einer mediävistischen Arbeit promovierte. Während des Studiums distanzierte er sich zunehmend von der assimilativen Tendenz der jüdischen Lehranstalt und schrieb – u.a. in der Israelitischen Wochenschrift –, auch angesichts des Antisemitismusstreits an der Berliner Universität, erste Artikel, die eine selbstbewußt nationaljüdische Position erkennbar machen. Ergebnis dieser Distanzierung von der Wissenschaft des Judentums und zugleich grundlegend für die Herausbildung einer nationaljüdischen Position war seine Arbeit im »Russisch-jüdischen wissenschaftlichen Verein«, den er 1889 zusammen mit drei russischen Studenten der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums gründete und der der assimilativen eine nationaljüdische Tendenz entgegensetzte. Der Verein, zu dem auch Leo Motzkin zählte, gilt als erste nationaljüdische Korporation in Deutschland. Dem folgten weitere Vereinsgründungen mit zionistischer Ausrichtung: 1891 der Verein Choveve Sefat ʽEver (»Liebhaber der hebräischen Sprache«), 1892 der Verein Jung Israel, der eigentliche Kern der nationaljüdischen Bewegung in Deutschland, aus dem später die Berliner Zionistische Vereinigung hervorging, deren erster Vorsitzender L. war. Des weiteren gründete er 1895 die Vereinigung jüdischer Studierender, und nach der Bekanntschaft mit Max Nordau und dessen Konzept des »Muskeljudentums« regte er die Gründung des Turnvereins Bar Kochba an. L.s zionistische Überzeugung veranlaßte ihn schon früh zu mehreren Palästinareisen, die erste zusammen mit Willi Bambus im Herbst 1895, die zweite zwei Jahre später, die er in der Absicht der Einwanderung angetreten hatte und von der aus er 1897 an den ersten Zionistenkongreß in Basel als Abgeordneter der jüdischen Kolonisation reiste. Hier erst lernte er Herzl kennen, dessen Linie er – auch beeindruckt vom Judenstaat – stets unterstützte, ohne aber zu seinem Kreis zu zählen. Parallel zu diesen Vereinsgründungen etablierte sich L. als zionistischer Publizist: 1893 und 1894 edierte er die zionistische Jüdische Volkszeitung, die zunächst unter der nominellen Redaktion von Nathan Birnbaum stand und als Fortsetzung von dessen Selbst-Emanzipation gedacht war. 1895 gründete er, wiederum als Fortsetzung, die Monatszeitschrift Zion (bis 1897). Im Mai 1902 schließlich präsentierte er sich den Lesern der Israelitischen Rundschau, die kurz darauf in Jüdische Rundschau umbenannt wurde, als neuer Herausgeber, wodurch L. (zwischen 1902 und 1908) der Leiter der wichtigsten zionistischen Zeitung Deutschlands, dem offiziellen Organ der Zionistischen Vereinigung, wurde. Hier schrieb er auch unter dem Pseudonym Heinrich Sachse, seltener auch als H. Rübendorfer, Maarabi und Eljaquim. Als Heinrich Sachse veröffentlichte L. zudem die Reihe »Jüdische Aufklärungsschriften«; die erste Schrift lautete Antisemitismus und Zionismus (1895), die zweite Zionistenkongreß und Zionismus, eine Gefahr? (1897).

Eine neue und entscheidende Richtung nahm L.s intellektuelle Biographie nach der Rückkehr von seiner dritten Palästinareise 1898. Im Jahr darauf trat er – zunächst als unbesoldeter Hilfsarbeiter – in den Dienst der Berliner Universitätsbibliothek, in der er nach Ablegung des bibliothekarischen Examens allmählich zum ordentlichen Bibliothekar aufstieg und 1915 den Professorentitel erhielt. Die Bibliothek beschäftigte L. nicht bloß in einem technisch-praktischen, sondern auch in einem kulturtheoretischen Sinn, wie er in mehreren Schriften ausführte. Dem 7. Zionistenkongreß legte er den Plan zur Gründung einer jüdischen Nationalbibliothek vor, den er in dem Essay Eine jüdische Nationalbibliothek (1905) skizzierte und später in der Schrift Jüdisches Bibliothekswesen im Lande Israel (1922) weiterentwikkelte. Vergleichbar mit den kulturzionistischen Großprojekten jüdischer Sammlung wie Achad Haams jüdischer Enzyklopädie oder Chajim Nachman Bialiks Vorhaben der Redaktion und Edition eines jüdischen Literaturkanons verstand L. die Errichtung einer jüdischen Nationalbibliothek als Sammlung der durch die zweitausendjährige Diaspora zerstreuten jüdischen Bücher. Als Modell hatte er die Bibel vor Augen, die er ihrerseits als fragmentarischen Rest einer vorzeitlichen, jüdischen Bibliothek verstand, wie er überhaupt das biblische Zeitalter als Modell einer modernen, nationaljüdischen Kultur voraussetzte. Als Aktualisierung eines biblischen Musters forderte er auch, die Kategorie des »Landes« durch diejenige des »Buches«, den Aufbau einer nationalen Heimstätte durch den »Aufbau einer geistigen Heimat des Judentums« zu begründen. Die »riesenhafte und fast unübersehbare Literatur« der Juden erfüllt nach L. eben diese Funktion; sie ist das Medium nationaler Sammlung in der biblischen, aber auch in der diasporischen Zeit. Eine künftige jüdische Nationalbibliothek soll eben diese Funktion des kulturellen Gedächtnisses aktualisieren: »Seit der Zerstörung des jüdischen Staatswesens hat sich der nationale Geist des Volkes an seinem Schrifttum, an seiner Wissenschaft und an seiner Dichtung aufgerichtet […]. Um so mehr muß es in jedem jüdischen Herzen einen freudigen Widerhall hervorrufen, daß sich von neuem an der ältesten Stätte unserer nationalen Kultur ein Heim erheben soll, in dem sich der ganze Wissensschatz unseres Stammes aus allen Landen und aus allen Zeiten wie in einem Brennspiegel vereinigt.« L.s kultureller Zionismus ist damit geleitet von dem »Bewußtsein des unermeßlichen Wertes, den die Volks- und Gelehrtenbibliotheken für nationale Gemeinschaften haben. Die Bibliothek ist der von einem Volke sichtbar aufgespeicherte Wissensschatz.« Diese Argumentation findet sich auch in der programmatischen Schrift Jüdische Kulturarbeit (1914), mit der sich der »Jüdische Kulturfonds Kedem« 1914 vorstellte und die deutlich L.s Handschrift aufweist – auch für diese Organisation war er tätig. Gut kulturzionistisch wird hier der nationalen eine kulturelle Sammeltätigkeit an die Seite gestellt, dem jüdischen Nationalfonds ein jüdischer Kulturfonds, dessen Aufgabe in der Einrichtung einer jüdischen Nationalbibliothek kulminiere: »Können wir auch nicht alle Zerstreuten Israels im Lande der Väter sammeln, aber die zerstreuten Bücher Israels, die überall herumgetragenen Gedanken des hebräischen Geistes zu sammeln, dazu sind wir imstande, und diesen Gedanken, der Gründung einer hebräischen Nationalbibliothek in Jerusalem, hat sich der Kedem zu eigen gemacht.« Wenn auch L. zur Realisierung dieses Vorhabens die intellektuellen und bibliothekarischen Grundlagen entwickelte, arbeitete er nach seiner Einwanderung nach Palästina im Jahr 1933 nicht an der Nationalbibliothek in Jerusalem, sondern wurde, auf Wunsch Meir Dizengoffs, Direktor der städtischen Bibliothek »Sha‘ar Zion« in Tel Aviv, ein Amt, das er bis 1948 innehatte. Die kulturpolitische Funktion, die er dem »jüdischen Buch« bei seiner langjährigen Arbeit als Bibliothekar in Berlin und Tel Aviv zusprach, unterstrich er nicht zuletzt auch durch seine Mitgliedschaft im Vorstand der Soncino-Gesellschaft der »Freunde des jüdischen Buches«, die 1924 gegründet wurde und deren Vorsitzender L. für einige Jahre war.

In der bibliophilen Schriftenreihe der Soncino-Gesellschaft erschienen auch eine Reihe von L.s kleineren Arbeiten, etwa Proselyten. Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Rasse (1926), Geschichten von jüdischen Namen. Aus dem Volksmunde gesammelt (1929), Der jüdische Spieler (1930), Jüdischer Feuersegen. Ein Beitrag zum jüdischen und deutschen Aberglauben (1930) oder Alter jüdischer Volkshumor aus Talmud und Midrasch (1931). Diese Schriften machen – neben dem jüdischen Buch – ein zweites Arbeitsfeld von L.s nationaljüdisch gewendeter Wissenschaft des Judentums erkennbar: die jüdische Volkskunde. Seit seiner Herausgabe der Reihe »Jüdische Volksbibliothek« im Verlag von Hugo Schildberger, in der er im Auftrag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ein Liederbuch für Jüdische Vereine (1894, zweite Aufl. 1898) edierte, plädierte L. für eine Rückbindung der »jüdischen Wissenschaft« an das »Leben und an die Kämpfe des Volkes«. L.s »volkskundliche Studien über die Juden«, die ebenfalls von einer zionistischen Perspektive geleitet sind, verfolgen genauer zwei Perspektiven: eine Innen- und eine Außensicht, d.h. eine »Volkskunde der Juden selbst« und eine Untersuchung der Juden »in der Meinung der anderen Völker«, wie L. in der Einleitung zu Die Juden in der katholischen Legende (1912) erklärt. Während letztere, wie auch die darauf folgende Arbeit Die Juden in der Marienlegende (1912), die Außensicht analysieren, entwikkeln die genannten Soncino-Drucke die Innersicht, ebenso auch weitere Arbeiten wie Zur Kunde von den Juden im Kaukasus (1900), Juden im türkischen Orient (1915) oder Schelme und Narren mit jüdischen Kappen (1920).

Einer in einem zionistischen Sinne volkskundlichen Perspektive folgte L. schließlich auch in seinen sprachwissenschaftlichen und -historischen Arbeiten. Seit seinem Engagement in dem Verein Choveve Sefat ʽEver erachtet L., was später ein zentrales zionistisches Argument wurde, die Sprache als das entscheidende kulturelle Medium nationaler Identität. Er begründete dies früh schon in einem Artikel vom März 1895 in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Zion: »Wenn wir nunmehr, nachdem wir in der Nation einen historisch gewordenen Kulturbegriff erkannt haben, den Werth der Sprache für die Nation ermessen wollen, so erscheinen uns ›Nation‹ und ›ererbte Sprachgenossenschaft‹ […] deshalb identisch, weil die Sprache das äußere Verständigungsmittel ist, das den Nationen zum Ausdruck der Gedanken dient […]. Die Sprache ist das Bindemittel, um die geistige Gemeinschaft aller Glieder einer Nation […] dauernd zu erhalten.« Diese These leitete auch L.s umfangreichere Arbeit Die Sprachen der Juden (1911). Wie er die Bibliothek als Ort der »geistigen Sammlung« eines Volkes versteht, so die Sprache als »das unverkennbare Band […], welches alle Glieder einer Nation zu einer geistigen Gemeinschaft verknüpft«. Dies gilt nach L. in erster Linie für das Hebräische, das ihm, gut zionistisch, als die ursprünglich-biblische und – auch deshalb – zugleich als die Sprache des künftigen jüdischen Staates gilt. Sie »ist die Sprache des freien Judenvolkes […], während die vielen späteren […] Judensprachen Erzeugnisse des Galut sind. Sie sind Produkte der Unfreiheit und der Assimilation. […] Die schwere Krankheit unseres leidenden Volkes aber ist eben das Galut. Und nur durch das Hebräische werden wir gesunden.« In seiner wenig später erschienenen Schrift Die jüdischdeutsche Sprache der Ostjuden (1915), die er im Auftrag des »Komitees für den Osten« schrieb, spricht L. allerdings auch dem Jiddischen eine nationaljüdische Funktion als gemeinschaftsstiftendes Organ zu, dies nicht nur für die Zeit der Diaspora, d.h. nicht nur historisch, sondern auch, zumindest vorübergehend, für eine zionistische Zukunft. Zwar stellte sich L. damit gegen eine zionistische Polemik gegen das Jiddische, doch an der Vorrangstellung des Hebräischen als identitätsstiftendem Organ des künftigen jüdischen Nationalstaates sollte dies nichts ändern.

Im historischen Bewußtsein ist L. hinter den Namen Herzl und Buber zurückgetreten. Als einer der ersten zionistischen Aktivisten, Publizisten und Denker in Deutschland überhaupt ist er jedoch nicht weniger wichtig. So bleibt sein Werk sowie sein Nachlaß, der sich in den Central Zionist Archives in Jerusalem befindet, noch weitgehend zu erforschen, und auch eine Biographie mit wissenschaftlichen Ansprüchen, deren ersten Versuch Jehuda Louis Weinberg aufgrund von L.s Autobiographie Ba-Derekh le-Zion – Zikhronot (»Auf dem Weg nach Zion – Erinnerungen«, 1940, im Nachlaß) leistete, ist noch zu schreiben.

Werke:

  • Antisemitismus und Zionismus, Berlin 1895.
  • Zionistenkongreß und Zionismus, eine Gefahr? Berlin 1897.
  • Eine jüdische Nationalbibliothek, Berlin 1905.
  • Die Sprachen der Juden, Köln 1911.
  • Die Juden in der katholischen Legende, Berlin 1912.
  • Die jüdischdeutsche Sprache der Ostjuden, Berlin 1915.
  • Schelme und Narren mit jüdischen Kappen, Berlin 1920.
  • Jüdisches Bibliothekswesen im Lande Israel, Jerusalem 1922. –

Literatur:

  • J.L. Weinberg, Aus der Frühzeit des Zionismus: H.L., Jerusalem 1946.
  • R. Lichtheim, Die Geschichte des deutschen Zionismus, Jerusalem 1954.
  • D. Schidorsky, H.L.s Begriff von öffentlichen Bibliotheken in Palästina, in: Yad La-Kore 18 (1979), 90–101 (hebr.).
  • Y. Eloni, Zionismus in Deutschland. Von den Anfängen bis 1914, Stuttgart 1987.
  • E. Petry, Akkulturation versus Zionismus? Der galut-Begriff bei H.L., in: Judaica 57 (2001), 41–57.

Andreas Kilcher

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Die Herausgeber

Otfried Fraisse, promovierte an der FU Berlin zu mittelalterlicher jüdisch-arabischer Philosophie; freier Mitarbeiter des Simon-Dubnow-Instituts an der Universität Leipzig.

Andreas B. Kilcher, Hochschuldozent am Institut für Deutsche Philologie II (neuere deutsche Literatur) in Münster. Bei Metzler ist erschienen: »Die Sprachtheorie der Kabbala als ästhetisches Paradigma« (1998) und »Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur« (Hg., 2000).

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