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Lexikon der Kartographie und Geomatik: Elektronischer Atlas

Elektronischer Atlas, E electronical atlas, Atlasmedium in digitaler Technik, das im Sinne eines Geoinformationssystems zielorientiert Atlasthema und Darstellungsgebiet durch unterschiedliche Darstellungsformen, besonders Karten, am Bildschirm (Bildschirmkarte) visualisiert. Elektronische Atlanten sind neue kartographische Medien, bei denen neben den optisch sichtbaren Informationen zusätzlich abrufbare Informationen über Graphiken, Bilder, Tabellen, Animationen usw. genutzt werden können. Die Karten zur Übertragung raumbezogener Informationen stehen hier in enger wechselseitiger Beziehung mit anderen Medien. Zudem bieten elektronische Atlanten oft die Möglichkeit, durch interaktive Eingriffe kartographische Parameter zu verändern. Allgemein können drei Atlastypen unterschieden werden: 1. View-Only-Atlas, der ausschließlich Karten für die Bildschirmanzeige enthält, die dem Nutzer keine Interaktionsmöglichkeiten bieten, d. h. nicht verändert werden können.
2. Interaktiver Atlas, der eine dialogorientierte Kommunikation bzw. Kartennutzung durch interaktives Arbeiten mit der Karte auf der Basis von Frage-Antwort-Sequenzen ermöglicht, in dem z. B. ausgewählte Kartenparameter wie Darstellungsfarben oder Klassengrenzen (vgl. Klassenbildung am Bildschirm verändert werden können. 3. Analyse-Atlas, der auf eine nutzerorientierte Kommunikation durch eine beliebige Kombination von Attributdaten ausgerichtet ist, um räumliche Zusammenhänge nach Ursachen und Wirkungen zu hinterfragen.
Analyse-Werkzeuge dafür sind u. a. Exploration (Analyse von großen Datenmengen mit dem Ziel, Raummuster und Beziehungen herauszuarbeiten), Bestätigen oder Verwerfen von Hypothesen, Synthese (Zusammenführen zuvor gewonnener Thesen) und kartographische Präsentation (Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse mit multimedialer Technik).
Die Visualisierung von Zeichenmustern ist hier ein aktiver, kreativer Prozess und geht über die traditionelle Karteninterpretation hinaus. Die Karte soll in diesem Rahmen nicht nur der Präsentation von Ergebnissen dienen, sondern vor allem im frühen Stadium des Forschungsprozesses für die graphische Datenexploration eingesetzt werden.
Elektronische Atlanten erscheinen auf Diskette, auf CD-ROM oder sind übers Internet als Online-Atlas zugängig (Atlaspräsentationsform). Der erste Prototyp eines elektronischen Atlas "The Electronic Atlas of Canada" erschien 1981. Der erste elektronische Weltatlas, der "Atlas of the World", wurde 1986 veröffentlicht und der erste Gebiets-(Regional-)Atlas auf CD, "The Electronic Atlas of Arkansas", wurde 1987 herausgegeben.

WDK, CLT

Literatur: [1] Ormeling, F.(1994): Neue Formen, Konzepte und Strukturen von Nationalatlanten. In: Kartographische Nachrichten, 44, 219-226. [2] Asche, H. (1995): Elektronische Atlanten. In: Vierhundert Jahre Mercator, vierhundert Jahre Atlas: "Die ganze Welt zwischen zwei Buchdeckeln"; eine Geschichte der Atlanten. Hrsg. im Auftrag der Bayerischen Staatsbibliothek. Weißenhorn, 307-317. [3] Lambrecht, C. (1997): Die elektronische Ausgabe des Atlas Bundesrepublik Deutschland – Demoversion. In: Atlas Bundesrepublik Deutschland – Pilotband. Leipzig, 26-28.

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JBN

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KGR

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RHA

Dr. Ralph Hansen, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Physische Geographie

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Dipl.-Met. Horst Hecht, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg

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Prof. Dr.-Ing. Bernhard Heck, Universität Karlsruhe, Geodätisches Institut

FHN

Dr. Frank Heidmann, Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart

RHN

Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Didaktik der Geographie

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Prof. Dr. Wolf Günther Koch, Technische Universität Dresden, Institut für Kartographie

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