Direkt zum Inhalt

Lexikon der Kartographie und Geomatik: Reliefschummerung

Reliefschummerung, Schummerung, die Wiedergabe der Reliefformen in einer verlaufenden Helldunkeldarstellung. Nach dem der Schattierung zugrunde liegenden Prinzip wird unterschieden zwischen Böschungs-, Schräglicht- und Kombinationsschummerung (Abb.). Im ersten Fall entspricht die Böschungsschummerung dem Prinzip "je steiler, desto dunkler" den Böschungsschraffen (Schraffen), hat diesen gegenüber aber den Nachteil, dass in den strukturlosen Halbtönen die Markierung der Gefällerichtung fehlt und der die Intensität der Neigung angebende Tonwert schwerer abgeschätzt werden kann. Vorteilhaft ist, dass Ebenen weiß bleiben. Die Böschungsschummerung eignet sich nur für eine allgemeine Reliefkennzeichnung, insbesondere für Reliefformen mit ausgeprägten Tälern und Stufen. Im zweiten Fall gestattet die Schräglichtschummerung mit Ebenenton oder Schattenschummerung eine leicht auffaßbare, eindeutige Darstellung des Reliefs in einer weiten Maßstabsspanne topographischer Karten bis zu kleinmaßstäbigen Übersichtskarten. Sie verlangt zur graphisch wirkungsvollen Darstellung heller Lichthänge und dunkler Schattenhänge einen nicht zu hellen Ebenenton (vgl. Abb. zu analytische Schummerung, Bd. 1). Dabei gewährleistet nur ein angenommener Lichteinfall von links oben einen durchgehend plastischen Effekt. Bei Lichteinfall vom Betrachter weg (z. B. von unten) kann eine visuelle Reliefumkehr eintreten. Grundlage für die sehr aufwendige manuelle Schummerung sind detaillierte Höhenlinien, die dem Bearbeiter ein sicheres Erkennen auch kleiner Reliefformen ermöglichen. Die Wirkung schattenplastischer Reliefdarstellungen hängt in hohem Maße von der guten Ausführung der Kleinformen und ihrer Zusammenfassung zu Großformen durch Hüllschatten ab, mit denen größere Formenkomplexe auf der Schattenseite überzogen werden. Die relativ starke Verdunkelung der Ebenen schränkt die Anwendung für kleinmaßstäbige Karten mit dichter Signaturendarstellung und großer Namensfülle ein. Bei der Schräglichtschummerung ohne Ebenenton werden nur die Schattenpartien mehr oder weniger intensiv angelegt, was wenig Aufwand bedeutet, aber bezüglich der Erfassbarkeit der Formen meist keine befriedigenden Resultate bringt. Im letzten Fall werden bei der Kombinationsschummerung ähnlich wie bei Gebirgsschraffen die Lichthänge hell und die Schattenhänge dunkel dargestellt, die Ebenen aber weiß gelassen.
Technisch lassen sich Reliefschummerungen herstellen als Hand-, photomechanische oder rechnergestützte Schummerungen, wobei heute das photomechanische Verfahren nicht mehr, die rein manuellen Verfahren nur noch sehr selten eingesetzt werden. Bei der Handschummerung wird mit Stiften auf Papier oder Folie gearbeitet, oder Farbstoff mittels Spritzpistole aufgesprüht. Früher wurde das Relief z. T. auch mit chinesischer Tusche gemalt, was man als laviertes Relief bezeichnet. Die Handschummerung verlangt neben der Beherrschung der Technik ein gutes Formenverständnis und Kenntnisse in Geomorphologie. Bei der Dreiplattenschummerung werden zusätzlich besondere Originale für tiefe Schatten (Schattenton) und für Lichthänge (Sonnenton) hergestellt. Bei der photomechanischen Schummerung bildeten körperliche Reliefs, meist Gipsreliefs, die Grundlage (Wenschow-Verfahren). Bei der rechnergestützten Schummerung im Rahmen von desktop mapping werden unter Verwendung von Software der digitalen Bildverarbeitung Grautöne in die Karte eingebracht. Bei der volldigitalen analytischen Schummerung wird für Elementarflächen die Neigung (Richtung der Flächennormalen) und der Winkel zwischen der Flächennormalen und der Licht(einfalls-)richtung und damit die Schwärzung auf der Grundlage eines Digitalen Höhenmodells mittels eines Computerprogramms berechnet und als Rasterfilm unterschiedlicher Schwärzungsintensität ausgegeben. Zusätzliche Farbcodierungen sind ebenfalls möglich.

WSS


Reliefschummerung:Reliefschummerung: Methoden der Reliefschummerung. Die Strichstärke am fiktiven Profil deutet die Schattenstärke der Schummerung an. Gerissene Linien bedeuten ohne Ton (weiß).

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lexikons der Kartographie und Geomatik

Herausgeber und Redaktion (jew. mit Kürzel)

JBN

Prof. Dr. Jürgen Bollmann, Universität Trier, FB VI/Kartographie

WKH

Prof. Dr. Wolf Günther Koch, Technische Universität Dresden, Institut für Kartographie

ALI

Dipl.-Geogr. Annette Lipinski, Köln

Autorinnen und Autoren (jew. mit Kürzel)

CBE

Prof. Dr. Christoph Becker, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Fremdenverkehrsgeographie

WBE

Dipl.-Met. Wolfgang Benesch, Offenbach

ABH

Dr. Achim Bobrich, Universität Hannover, Institut für Kartographie und Geoinformatik

GBR

Dr.-Ing. Gerd Boedecker, Bayrische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Erdmessung, München

JBN

Prof. Dr. Jürgen Bollmann, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Abt. Kartographie

WBO

Dr. Wolfgang Bosch, Deutsches Geodätisches Forschungsinstitut, München

CBR

Dr. Christoph Brandenberger, ETH Zürich, Institut für Kartographie, (CH)

TBR

Dipl.-Geogr. Till Bräuninger, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Abt. Kartographie

KBR

Prof. Dr. Kurt Brunner, Universität der Bundeswehr, Institut für Photogrammetrie und Kartographie, Neubiberg

MBR

Prof. Dr. Manfred F. Buchroithner, TU Dresden, Institut für Kartographie

EBN

Dr.-Ing. Dr. sc. techn. Ernst Buschmann, Potsdam

WBH

Prof. Dr. Wolfgang Busch, TU Clausthal-Zellerfeld

GBK

Dr. Gerd Buziek, München

ECS

Prof. Dr. Elmar Csaplovics, TU Dresden, Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung

WDK

Prof. Dr. Wolfgang Denk, FH Karlsruhe, Hochschule für Technik, FB Geoinformationswesen

FDN

Doz. Dr. Frank Dickmann, TU Dresden, Institut für Kartographie

RDH

Prof. Dr. Reinhard Dietrich, TU Dresden, Institut für Planetare Geodäsie

DDH

Dr. Doris Dransch, Berlin

HDS

Prof. Dr. Hermann Drewes, Deutsches Geodätisches Forschungsinstitut, München

DER

Dr. Dieter Egger, TU München, Institut für Astronomische und Physikalisch Geodäsie

RET

Dr. jur. Dipl.-Ing. Rita Eggert, Karlsruhe

HFY

Dipl.-Geogr. Holger Faby, Europäisches Tourismus Institut GmbH an der Universität Trier

GGR

Univ. Ass. Dr. MA Georg Gartner, TU Wien, Institut für Kartographie und Reproduktionstechnik, (A)

CGR

Prof. Dr. Cornelia Gläßer, Martin-Luther-Universität, Halle/S.-Wittenberg, Institut für Geographie

KGR

Dr. Konrad Großer, Institut für Länderkunde, Leipzig

RHA

Dr. Ralph Hansen, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Physische Geographie

HHT

Dipl.-Met. Horst Hecht, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg

BHK

Prof. Dr.-Ing. Bernhard Heck, Universität Karlsruhe, Geodätisches Institut

FHN

Dr. Frank Heidmann, Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart

RHN

Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Didaktik der Geographie

KIK

Prof. Dr. Karl-Heinz Ilk, Universität Bonn, Institut für Theoretische Geodäsie

WKR

Dipl.-Geol. Wolfgang Kaseebeer, Universität Karlsruhe, Lehrstuhl für Angewandte Geologie

KKN

Prof. Dr. Ing. Karl-Hans Klein, Bergische Universität Wuppertal, FB 11, Vermessungskunde/ Ingenieurvermessung

AKL

Dipl.-Geogr. Alexander Klippel, Universität Hamburg, FB Informatik

CKL

Dr. Christof Kneisel, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Physische Geographie

WKH

Prof. Dr. Wolf Günther Koch, Technische Universität Dresden, Institut für Kartographie

IKR

Prof. Dr. Ingrid Kretschmer, Universität Wien, Institut für Geographie und Regionalforschung, (A)

JKI

Dr. Jan Krupski, Universität Wroclaw (Breslau), Institut für Geographie, (PL)

CLT

Dipl.-Geogr. Christian Lambrecht, Institut für Länderkunde, Leipzig

ALI

Dipl.-Geogr. Annette Lipinski, Köln

KLL

Dr. Karl-Heinz Löbel, TU Bergakademie Freiberg

OMF

Dr. Otti Margraf, Beucha

SMR

Prof. Dr. Siegfried Meier, TU Dresden, Institut für Planetare Geodäsie

SMI

Dipl.-Geogr. Stefan Neier-Zielinski, Basel (CH)

GML

Dr. Gotthard Meinel, Institut für Ökologische Raumentwicklung, Dresden

RMS

Roland Meis, Puls

BMR

Prof. Dr. Bernd Meißner, Technische Fachhochschule Berlin, FB 7

MMY

Doz. Dr. Dipl.-Ing. Miroslav Miksovsky, TU Prag, Fakultät Bauwesen, (CZ)

AMR

Dr. Andreas Müller, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Abt.Kartographie

JMR

Dr.-Ing. Jürgen Müller, TU München, Institut für Astronomische und Physikalische Geodäsie

MND

Dr. Maik Netzband, Universität Leipzig, Institut für Geographie

JNN

Prof. Dr. Joachim Neumann, Wachtberg

ANL

Dr. Axel Nothnagel, Universität Bonn, Geodätisches Institut

FOG

Prof. Dr. Ferjan Ormeling, Universität Utrecht, Institut für Geographie, (NL)

NPL

Dr. Nikolas Prechtel, TU Dresden, Institut für Kartographie

WER

Dr. Wolf-Dieter Rase, Bundesamt für Städtebau und Raumplanung, Abt. I, Bonn

KRR

Prof. Dr. em. Karl Regensburger, TU Dresden, Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung

WRT

Prof. Dr. Wolfgang Reinhardt, Universität der Bundeswehr, Institut für Geoinformation und Landentwicklung, Neubiberg

HRR

Heinz W. Reuter, DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, Offenbach

SRI

Dipl.-Geogr. Simon Rolli, Basel (CH)

CRE

Dipl.-Ing. Christine Rülke, TU Dresden, Institut für Kartographie

DSB

PD Dr. Daniel Schaub, Aarau (CH)

MST

Dr. Mirko Scheinert, TU Dresden, Institut für Planetare Geodäsie

WSR

Dr.-Ing. Wolfgang Schlüter, Wetzell

RST

Dr. Reinhard-Günter Schmidt, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Physische Geographie

JSR

PD Dr. Ing. Johannes Schoppmeyer, Universität Bonn, Institut für Kartographie und Geoinformation

HSN

Prof. Dr. Heidrun Schumann, Universität Rostock, Institut für Computergraphik, FB Informatik

BST

PD Dr. Brigitta Schütt, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Physische Geographie

HSH

Prof. Dr.-Ing. Harald Schuh, TU Wien, Institut für Geodäsie und Geophysik, (A)

GSR

Prof. Dr. Günter Seeber, Universität Hannover, Institut für Erdmessung

KSA

Prof. Dr. Kira B. Shingareva, Moskauer Staatliche Universität für Geodäsie und Kartographie, (RU)

JSS

Dr. Jörn Sievers, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, Frankfurt

MSL

Prof. Dr. Michael H. Soffel, TU Dresden, Lohrmann-Observatorium

ESS

Prof. Dr. em. h.c. Ernst Spiess, Forch (CH)

WSS

Doz. i.R. Dr. Werner Stams, Radebeul

MSR

Dipl.-Geogr. Monika Stauber, Berlin

KST

Prof. Dr. em. Klaus-Günter Steinert, TU Dresden, Lohrmann-Observatorium

PTZ

Dr. Peter Tainz, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Abt. Kartographie

ETL

Dr. Elisabeth Tressel, Universität Trier, FB VI/Physische Geographie

AUE

Dr. Anne-Dore Uthe, Institut für Stadtentwicklung und Wohnen des Landes Brandenburg, Frankfurt/Oder

GVS

Dr.-Ing. Georg Vickus, Hildesheim

WWR

Dipl.-Geogr. Wilfried Weber, Universität Trier, FB Geographie/Geowissenschaften – Abt. Kartographie

IWT

Prof. Dr. Ingeborg Wilfert, TU Dresden, Institut für Kartographie

HWL

Dr. Hagen Will, Gießen

DWF

Dipl.-Ing. Detlef Wolff, Leverkusen

Partnervideos