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Lexikon der Kartographie und Geomatik: Wanderkarten

Wanderkarten, E hiking maps, eine der Gruppe der Touristenkarten zugehörige Kartenart, die (Fuß-)Wanderern und Radwanderern zur Routenplanung und zur Orientierung im Gelände dient. Wanderkarten sollen eine eindeutige Orientierung zulassen und ausreichende Sachinformationen bereitstellen. Der Maßstab ist abhängig vom Gelände, kann im mitteleuropäischen Raum aber mit etwa 1 : 25 000 angegeben werden. Er sollte jedoch nicht kleiner als 1 : 50 000 sein.
Funktionsbedingt ist von einer Wanderkarte Handlichkeit zu fordern, sodass die Karte ein Format von etwa 80 × 60 cm nicht wesentlich übersteigen und möglichst im Querformat mit Leporellobruchfaltung ausgeführt sein sollte. In den meisten Ländern haben sich spezielle Serien von Wanderkarten durchgesetzt, die sich insbesondere im Feinheitsgrad der topographischen Elemente unterscheiden: a)  topographische Karten als Wanderkarten werden im Blattschnitt des topographischen Kartenwerkes oder als Zusammenfassung eines einheitlichen Touristengebietes dargestellt. Es dominieren die topographischen Objekte und lassen die typischen touristischen Objekte zurücktreten. Die hohe Inhaltsdichte und die Feinheit der Kartenzeichen erschweren das Lesen dieser Karten. Alternativ bieten sich vergrößerte topographische Karten an, die leichter lesbar sind. b) Speziell als Wanderkarte gestaltete Karten sind anschaulicher und durch die Darstellung ausgewählter topographischer Objekte, einprägsame Kartenzeichen und deutlich hervorgehobene Angaben für den Wanderer einfacher lesbar. Unverzichtbare Elemente sind ein eindeutig klassifiziertes Straßen- und Wegenetz mit der Darstellung markierter Wanderwege, eine einfache Darstellung des Reliefs, mit einer großen Anzahl von Höhenpunkten und Höhenlinien mit häufig eingetragenen Höhenlinienzahlen, sowie Reliefschummerung und ggf. Fels- und Gletscherzeichnung. Eine Besonderheit sind Luftbildwanderkarten (vgl. Abb.) und bildhaft gestaltete Wanderkarten. Einen künstlerisch geprägten Stil bei Wanderkarten hat R. Böhm in den 1980er Jahren entwickelt und diesen vor allem für die Sächsische Schweiz umgesetzt. In von Ausländern häufig besuchten Gebieten ist eine mehrsprachige Zeichenerklärung sinnvoll. Sonderentwicklungen erfuhren Karten für Hochgebirgsregionen (Hochgebirgskarte, Alpenvereinskarten, Bergsteigerkarte).

IWT

Literatur: AURADA, F. (1980): Zur thematischen Problematik der Wanderkarte. In: Internat. Jahrb. f. Kartographie, Bonn, XX, 27-36.


WanderkarteWanderkarte: Ausschnitt aus einer Wanderkarte auf Luftbildbasis (Top Swiss Erlebniskarte 1:15000. St. Moritz).

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