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Lexikon der Kartographie und Geomatik: Zeichnung

Zeichnung, E drawing, 1. im herkömmlichen Sinne eine manuell ausgeführte, vorwiegend linienhafte Darstellung natürlicher oder künstlicher Objekte, auch von Entwürfen auf einem Zeichnungsträger. In der Kartographie ist die Bearbeitung der Zeichnung einer der wesentlichen Schritte der Kartenherstellung. Hierfür werden unterschiedliche Zeichenverfahren angewendet. Zeichnungen können künstlerischen oder technischen Charakter haben, was sich nicht immer scharf abgrenzen lässt. Merkmale der künstlerischen Zeichnung sind: im Linienzug variierende Strichbreiten, zufällig unterbrochene, u. U. unscharfe Linien, wechselnde Schwärzung, Füllung von Flächen durch ungleichabständige Schraffuren, durch Punktieren oder im Nachhinein durch Kolorierung. Maßstab und Perspektive sind selten geometrisch exakt. Einige kartenverwandte Darstellungen, wie Vogelschaubilder können als künstlerische Zeichnungen angesprochen werden.
Für die kartographische Zeichnung (E map drawing), als eine Unterart der technischen Zeichnung, treffen hingegen viele der oben angeführten Merkmale nicht zu. Die Bearbeitung der Zeichnung erfolgt im Rahmen der Zeichengenauigkeit (Kartengenauigkeit) geometrisch exakt, meist auf maßhaltigem Material, die Linienbreiten sind eindeutig definiert, die Linien randscharf und gleichmäßig schwarz. Sie werden nur zur Erzeugung von Strukturen oder zwecks Freistellung regelhaft unterbrochen. Schraffuren haben streng definierte Abstände. Die genannten Merkmale charakterisieren Zeichnungen, die als Vorlagen für die reproduktionstechnische Weiterverarbeitung (Kartenreproduktion) dienen. Reproduktionsfähige Zeichnungsqualität erzielt man mit der traditionellen kartographischen Technik des Zeichnens mit Tusche auf Papier oder auf transparentem Material (Transparentpapier, Folie), dem sog. Hochzeichnen. Diese Technik und auch die Gravur (vgl. Gravierverfahren) werden allerdings kaum noch angewendet. Für die beim Kartenentwurf entstehenden Zeichnungen gelten die erwähnten Kriterien nur bedingt, sodass ihnen die Tendenz zu künstlerischen Techniken innewohnt. Im Entwurfsstadium werden häufig Farb- oder Faserstifte eingesetzt.
2. Als Zeichnung i. w. S. lassen sich die linienhaften Strukturen sämtlicher kartographischen Zwischen- und Endprodukte betrachten; ebenso Linien, die mit dem manuellen Erfassen von Vorlagen in der digitalen Kartographie entstehen, etwa durch punktweises Digitalisieren am Digitalisiergerät oder Nachziehen am Bildschirm. Das Nachziehen für kartographische Zwecke erfolgt selten im Freihand-Modus, sondern durch Setzen der Stützpunkte (Mausklicks) von Polygonen oder Bézierkurven, oft verbunden mit gleichzeitiger Liniengeneralisierung.
Einen Grenzfall bilden softwaregestützt konstruierte Linien in Diagrammen sowie die durch Kantenextraktion oder Linienverfolgung (Linienverfolgungsverfahren) gewonnenen Linien.

KGR

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JBN

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Dr. Wolfgang Bosch, Deutsches Geodätisches Forschungsinstitut, München

CBR

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KGR

Dr. Konrad Großer, Institut für Länderkunde, Leipzig

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Dipl.-Met. Horst Hecht, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg

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Prof. Dr.-Ing. Bernhard Heck, Universität Karlsruhe, Geodätisches Institut

FHN

Dr. Frank Heidmann, Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart

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Prof. Dr. Wolf Günther Koch, Technische Universität Dresden, Institut für Kartographie

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Dr.-Ing. Wolfgang Schlüter, Wetzell

RST

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Prof. Dr. Kira B. Shingareva, Moskauer Staatliche Universität für Geodäsie und Kartographie, (RU)

JSS

Dr. Jörn Sievers, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, Frankfurt

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Prof. Dr. Michael H. Soffel, TU Dresden, Lohrmann-Observatorium

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Prof. Dr. em. h.c. Ernst Spiess, Forch (CH)

WSS

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