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Lexikon der Mathematik: Cavalieri, Francesco Bonaventura

italienischer Mathematiker und Astronom, geb. 1598 Mailand, gest. 30.11.1647 Bologna.

Cavalieri war Jesuit. Sein Interesse für Mathematik wurde durch Euklids Arbeiten geweckt. Nach einem von seinem Förderer Kardinal Federico Borromeo initiierten Treffen mit Galilei betrachtete Cavalieri sich selbst als dessen Schüler. In Pisa erhielt er Unterricht von Castelli, den er bald bei Geometrievorlesungen vertrat.

1619 wurden Cavalieris Bewerbungen für Lehrstühle in Bologna und Pisa mit Hinweis auf seine Jugend zunächst abgelehnt. So wurde er 1621 Diakon und Assistent des Kardinals Borromeo in Mailand. Dort lehrte er Theologie, bis er 1623 Prior in Lodi und später in Parma wurde.

Als er 1629 schließlich doch die Mathematikprofessur in Bologna erhielt, hatte er bereits seine Methode des „Unteilbaren“ ausgearbeitet. Diese Theorie, die 1635 unter dem Titel „Geometria indivisibilis continuorum nova“ veröffentlicht wurde, war eine Weiterentwicklung von Archimedes’ Exhaustionsmethode in Verbindung mit Keplers Theorie infinitesimal kleiner geometrischer Quantitäten. Diese Methodik ermöglichte es Cavalieri, einfach und schnell die Flächeninhalte und Volumina verschiedenster geometrischer Figuren zu bestimmen. Dieses Prinzip des Cavalieri war bedeutsam für die

Entwicklung der Integralrechnung. Zu seiner Zeit wurde sie jedoch häufig attackiert. In Erwiderung brachte Cavalieri „Exercitationes geometricae sex“ heraus. Diese Arbeit wurde zur Hauptquelle der Mathematiker des 17. Jahrhunderts.

Darüber hinaus verfaßte Cavalieri Logarithmentafeln für trigonometrische Funktionen zur Nutzung durch Astronomen. Er schrieb über Kegelschnitte, Trigonometrie, Optik, Astronomie und Astrologie. Er untersuchte Eigenschaften optischer Linsen und beschrieb ein Spiegelteleskop.

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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