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Lexikon der Mathematik: Chandrasekhar, Subrahmanyan

Astrophysiker und Mathematiker, geb. 19.10.1919 Lahore, gest. 21.8.1995 Chicago.

Chandrasekhar stammte aus einer bekannten indischen Familie – sein Onkel war der Nobelpreisträger für Physik C.V. Raman. Er studierte in Madras Naturwissenschaften und Sprachen, nur nebenbei Mathematik. Ab 1930 setzte er seine Ausbildung in Cambridge/England fort, wandte sich jetzt der Astrophysik zu. Mathematische und physikalische Studien führten ihn nach Göttingen zu Born, nach Kopenhagen zu Bohr und in die Sowjetunion zu Landau. Seit 1933 in Cambridge/England angestellt, war Chandrasekhar dann ab 1935/36 an der Harvard-Universität, am Yerkes Observatory (Wisconsin) und seit 1938 als Professor für Astrophysik an der Universität in Chicago tätig.

Chandrasekhar begann seine wissenschaftliche Laufbahn mit Arbeiten über Weiße Zwerge und wandte sich dann allgemein der Entwicklungsgeschichte von Sternen zu. Er untersuchte und deutete das Auftreten besonderer Spektrallinien bei expandierenden Sternen, arbeitete über die chemische Zusammensetzung von Sternen und über Strahlungsaustausch und Wärmeübertragung zwischen Sternen (Planeten) und ihrer Umgebung (Atmosphäre). Im Jahre 1943 stellte er seine grundlegenden Untersuchungen über die Stabilität von stellaren Systemen in „Principles of Stellar Dynamics“ vor. Chandrasekhar untersuchte die Konsequenzen der Urknall-Theorie (Big Bang) und wandte sich später Fragen der Hydrodynamik zu. Grundlegend wurden seine Untersuchungen über Schwarze Löcher. 1983 erhielt Chandrasekhar den Nobelpreis für Physik.

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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