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Lexikon der Mathematik: Cremona, Luigi

italienischer Mathematiker, geb. 7.12.1830 Pavia, gest. 10.6.1903 Rom.

Schon in frühen Jahren fühlte sich Cremona als italienischer Patriot und nahm daher 1884/94 an den italienischen Befreiungskriegen gegen Österreich teil. Danach studierte er in Pavia unter anderem bei Casorati und Brioschi Ingenieurwesen. 1853 schloß er sein Studium ab. Danach arbeitete er als Lehrer in Pavia. 1860 wurde er Professor für höhere Geometrie an der Universität von Bologna und 1866 Professor für höhere Geometrie und graphische Statik am polytechnischen Institut von Mailand. 1873 ging er nach Rom an die polytechnische Ingenieurschule. In dieser Zeit nahm er zunehmend administrative Aufgaben wahr und wurde 1879 schließlich Bildungsminister und Vizepräsident im neu gegründeten italienischen Staat.

Seine ersten Veröffentlichungen beschäftigten sich mit der Untersuchung von Kurven mittels Projektion. Daraus gewann er später die birationalen (Cremona-)Transformationen für projektive Kurven, ein wichtiges Werkzeug bei der Untersuchung projektiver Räume, insbesondere zur Auflösung von Singularitäten projektiver Flächen.

Cremona schrieb eine Reihe von Aufsätzen über kubische Flächen und entwickelte das Verfahren der geometrischen Statik, bei dem mit Hilfe der Geometrie Kräfte in einem Fachwerk berechnet werden können.

Einige seiner wichtigsten Werke sind: „Le figure reciproche della statica grafica“ (1872), „Elementi di geometria proiettiva“ (1873) und „Elementi di calcolo grafico“ (1874)

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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