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Lexikon der Mathematik: de l’Hôpital, Guillaume François Antoine, Marquis de Sainte-Mesme

französischer Mathematiker, geb. 1661 Paris, gest. 3.2.1704 Paris.

De l’Hôpital gehörte zwar den Hochadel an, aber wegen seiner Kurzsichtigkeit schlug er keine standesgemäße Offizierslaufbahn ein. Er wandte sich früh der Mathematik zu. 1688 las er intensiv Leibniz’ Arbeit von 1684 über Differentialrechnung und begann mit Leibniz und Huygens zu korrespondieren. 1693 wurde de l’Hôpital Mitglied der Pariser Académie des Sciences und 1699 Ehrenmitglied.

1691/92 begann eine Korrespondenz mit Johann I Bernoulli über dessen Infinitesimalrechnung. Diese Zusammenarbeit gipfelte 1696 in dem Buch „Analyse des infiniment petits“, das als erstes Analysisbuch überhaupt angesehen werden kann. Dabei gehen die mathematischen Ergebnisse auf Bernoulli zurück, während de l’Hôpital für die notwendige Aufbereitung und verständliche Darstellung des Stoffes sorgte. Darüber hinaus gelang es ihm auch, diese neue Analysis in der eigentlich eher konservativen französischen Akademie durchzusetzten. In seinem Buch von 1696 finden sich auch die de l’Hôpitalschen Regeln. In dem Buch „Traité analytique des sections coniques“ befaßte sich de l’Hôpital mit Kegelschnitten und versuchte, die Ergebnisse des Apollonius von Perge in die Sprache der Algebra zu übersetzen.

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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