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Lexikon der Mathematik: de Morgan, Augustus

englischer Logiker, Mathematiker, Bibliograph, geb. 27.6.1806 Madura (Indien), gest. 18.3.1871 London.

De Morgan studierte von 1823 bis 1826 am Trinity College in Cambridge. 1827 bekam er eine Anstellung im neu gegründeten University College in London, wo er schon 1828 Professor wurde. Diese Stelle behielt er bis 1866. In diesem Jahr wurde er erster Präsident der London Mathematical Society, deren Mitbegründer er war.

De Morgans Hauptinteressen lagen auf dem Gebiet der mathematischen Logik. Die Idee der Konstruktion einer universellen Sprache für die Mathematik und insbesondere für die Formalisierung der

Beweise wurde zuerst im 17. Jahrhundert von Leibniz angeregt. Aber erst in der Mitte der 19. Jahrhunderts erschienen die ersten Arbeiten zur Algebraisierung der Aristotelischen Logik. 1847 publizierte de Morgan die Arbeit „Formal Logic: Or, the Calculus of Inference, Necessaryand-Probable“. Darin wurden Terme durch Buchstaben symbolisiert, und mittels spezieller Zeichen (z. B. runde Klammern für Enthaltenseinsbeziehungen, kleine Buchstaben für Komplemente von Termen, die mit Großbuchstaben bezeichnet wurden) konnten daraus einfache und komplexe Aussagen formuliert werden. Mit diesen Ansätzen wurde er zu einem unmittelbaren Vorläufer der algebraischen Logik von Boole, mit dem er auch einen intensiven Briefkontakt pflegte.

De Morgans Name ist verbunden mit zwei Grundgesetzen der Logik, den nach ihm benannten Gleichungen (de Morgan, Gleichungen von).

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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