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Lexikon der Mathematik: Drinfeld Wladimir Gerschonowitsch

ukrainischer Mathematiker, geb. 14.2.1954 Charkow.

Drinfeld studierte 1969–1974 an der Moskauer Universität und arbeitete dort anschließend unter Manin an seiner Dissertation, die er 1978 verteidigte. Seit 1981 forschte er am physikalischtechnischen Institut für tiefe Temperaturen der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften und verteidigte 1988 seine Habilitationsschrift am Moskauer Steklow-Institut.

Drinfeld hat sehr breite mathematische Interessen und erzielte wichtige Resultate zur algebraischen Geometrie, zur Zahlentheorie und zur Quantentheorie. Schon als Schüler publizierte er seinen ersten mathematischen Artikel. Zu seinen bedeutendsten Erfolgen zählt der Beweis der Langlandsschen Vermutung über die Galois-Gruppen lokaler bzw. globaler Körper der Dimension Eins für den Fall GL(2). In diesem Zusammenhang führte er die Begriffe des elliptischen Moduls sowie des Drinfeld-Moduls ein und schuf wichtige Vorstellungen zur p-adischen Uniformisierung von modularen Kurven. Seine Ideen bildeten den Ausgangspunkt für völlig neue zahlentheoretische Untersuchungen.

Ein weiteres Forschungsgebiet bildeten die Quantengruppen. Zusammen mit Manin vollendete er die Arbeiten von Atiyah und Hitchen und gab eine Klassifikation der Instantonen an, die sog. ADHM-Konstruktion. Diese Konstruktion erlaubte die explizite Angabe der Lösung für die selbstduale Gleichung. Dabei war er auch an der Entdeckung beteiligt, daß man sich bei den Deformationen von nichtkommutativen und ko-kommutativen Hopf-Algebren in einer stetigen Familie von Hopf-Algebren bewegt. 1990 wurde Drinfeld für seine Leistungen mit der Fields-Medaille ausgezeichnet.

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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