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Lexikon der Mathematik: Friedman, Alexander Alexandrowitsch

russischer Mathematiker und Physiker, geb. 29.6.1888 St. Petersburg, gest. 15.9.1925 St. Petersburg.

Friedman studierte bis 1910 an der Petersburger Universität. 1913 wurde er Magister für reine und angewandte Mathematik. Danach unterrichtete er von 1915 bis 1917 an einer Fliegerschule der Armee und war von 1918 bis 1920 Professor für Mathematik an der Universität in Perm. Ab 1920 arbeitete er am Physikalischen Observa torium in St. Petersburg.

Friedman beschäftigte sich zunächst mit Fragen der Zahlentheorie. Dabei knüpfte er an Hilberts Untersuchungen an. Später wandte er sich verstärkt Problemen der Mechanik und der Physik zu. In zwei Arbeiten zur Kosmologie (1922, 1924) zeigte er, daß sich das Weltall in der Zeit ändert. Er schuf damit die mathematischen Grundlagen für ein offenes und ein geschlossenes expandierendes oder kontrahierendes Weltall (FriedmanWeltmodell, Friedman-Zeit). Er entwickelte dabei aus den Einstein-Gleichungen die nach ihm benannten Friedman-Gleichungen, die zeitabhängige Lösungen zulassen, welche Universen beschreiben, in denen sich die Raumkrümmung und die Verteilung der Materie mit der Zeit ändern.

Daneben beschäftigte er sich mit Wirbeln in Flüssigkeiten sowie mit vertikalen Strömungen und Turbulenzen in der Atmosphäre.

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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