Direkt zum Inhalt

Lexikon der Mathematik: Neper, John, Lord von Merchiston

Napier, John, schottischer Mathematiker, geb. 1550 Merchiston Castle (Schottland), gest. 4.4.1617 Edinburgh.

Neper wurde ab 1563 in der St. Andrews University ausgebildet. In dieser Zeit reiste er aber auch durch Deutschland, Frankreich und Italien, um sich weiterzubilden. Ab 1572 übernahm er mit großem Engagement die Verwaltung des väterlichen Gutes.

Nepers Mathematikstudien waren nur ein Hobby. 1614 verfaßte er als erster eine siebenstellige Logarithmentafel („Mirifici Logarithmorum canonis descriptio“ und „Mirifici Logarithmorum canonis constructio“). Dabei stützte er sich auf Arbeiten Stifels. Im Vergleich zu ähnlichen Arbeiten des Schweizer Mathematikers Bürgi entsprachen Nepers Logarithmen einem System zur Basis \(\text{Basis}\approx \frac{1}{e}\), während Bürgi ein System zur Basis ≈ e betrachtete. Nach Ge sprächen mit Briggs entschloß sich Neper, seine Tafeln auf die Basis 10 umzustellen. Diese Tabellen wurden von Briggs 1617 und 1624 und Vlacq 1628 und 1633 als „Briggssche Logarithmen“ herausgegeben und weithin bekannt.

Neben den Arbeiten zum Logarithmus fand Neper Formeln für das sphärische Dreieck (Nepersche Formeln), entwickelte Rechentafeln und Rechenstäbe und benutzte als einer der ersten das Dezimalkomma und den Dezimalpunkt.

Als Gutsherr versuchte Neper, wissenschaftliche Methoden in die Landwirtschaft einzuführen und verbesserte landwirtschaftliche Geräte. Er nahm auch an den religiösen Auseinandersetzungen seiner Zeit teil. 1593 veröffentlichte er eine Auslegung der Offenbarung des Johannes („The Plaine Discovery of the Whole Revelation of St. John“). Diese Arbeit brachte ihm Anerkennung sowohl in Schottland als auch, nach ihrer Übersetzung ins Französiche, Deutsche und Niederländische, auf dem Kontinent ein.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

Partnervideos