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Lexikon der Mathematik: van der Waerden, Bartel Leendert

niederländischer Mathematiker, geb. 2.2.1903 Amsterdam, gest. 12.1.1996 Zürich.

Von 1919 bis 1925 studierte van der Waerden an den Universitäten von Amsterdam und Göttingen unter anderem bei E. Noether. 1928 habilitierte er sich in Göttingen und nahm im gleichen Jahr eine Assistentenstelle an der Universität Groningen an, folgte jedoch schon 1931 einem Ruf an die Leipziger Universität. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er für Shell in Amsterdam im Bereich der Angewandten Mathematik. Von 1947 bis 1948 weilte er in den USA an der Johns Hopkins University, danach bis 1951 in Amsterdam. 1951 übernahm er den Lehrstuhl von K. Fueter in Zürich.

Van der Waerden arbeitete auf zahlreichen Gebieten der Mathematik, etwa algebraische Geometrie, abstrakte Algebra, Gruppentheorie, Topologie, Zahlentheorie, Geometrie, Kombinatorik, Analysis, Wahscheinichkeitsrechnung, mathematische Statistik, Quantenmechanik, Geschichte der Mathematik, Geschichte der Astronomie und Geschichte der antiken Wissenschaften. Er betreute über 40 Promotionen.

In der algebraischen Geometrie definierte er die Dimension einer algebraischen Varietät. Er verwendete dabei die von Artin, Hilbert und E. Noether eingeführte Idealtheorie über Polynomringen. In der Gruppentheorie studierte er die Burnside-Gruppen B(3, r) und bestimmte die Ordnung und Struktur dieser Gruppen.

Bekannt sind auch seine Arbeiten zur Geschichte der Wissenschaften: „Ontwakende wetenschap“ (1950), „Geometry and Algebra in Ancient Civilizations“ (1983) und „A History of Algebra“ (1985).

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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