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Lexikon der Mathematik: Zillmer, August

deutscher Versicherungsmathematiker, geb. 23.1.1831 Treptow/Rega (heute Trzebiatow (Polen), gest. 22.2.1893 Berlin.

Nach dem Schulbesuch in Treptow und Berlin nahm Zillmer 1851 das Studium der Mathematik und Naturwissenschaften in Berlin auf, das er mit der Promotion an der Universität Rostock im Jahre 1858 beendete. Danach trat er eine Stelle bei einer Versicherungsgesellschaft in Stettin an, wechselte 1867 nach Berlin, wo er zweiter Direktor der neugegründeten Nordstar Lebensversicherungen war, und wurde schließlich 1876 Direktor der Vaterländischen Lebensversicherungsgesellschaft in Elberfeld. Nach dem Tod seines jüngsten Kindes 1882 verlor er jegliches Interesse an beruflichen Dingen und kehrte nach Berlin zurück.

Obwohl niemals an einer akademischen Einrichtung tätig, hat Zillmer dennoch die Entwicklung der Versicherungsmathematik durch zahlreiche Publikationen nachhaltig beeinflußt. Nach ihm ist heute in Deutschland bei der Personenversicherung die „gezillmerte Nettoprämie“ und die „gezillmerte Deckungsrückstellung“ benannt. Dabei bezeichnet man mit der gezillmerten Nettoprämie PZ die um den Abschlußkostenzuschlag \(\frac{{\alpha }^{Z}}{{\ddot{a}}_{x:\overline{n|}}}\) geminderte Nettoprämie: \begin{eqnarray}{P}^{Z}:={P}^{Z}-\frac{{\alpha }^{Z}}{{\ddot{\alpha }}_{x:\bar{n|}}}.\end{eqnarray} Hier sind α2 die einmaligen Abschlußkosten zu Beginn der Versicherung und \({\ddot{a}}_{x:\overline{n|}}\) der temporäre Leibrentenbarwert einer jährlich vorschüssig gezahlten Leibrente für eine Person des Alters x und der Versicherungsdauer n im Deterministischen Modell der Lebensversicherungsmathematik.

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  • Die Autoren
- Prof. Dr. Guido Walz

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