Direkt zum Inhalt

Lexikon der Optik: Aberration der Fixsterne

Aberration der Fixsterne, durch die Bewegung der Erde um die Sonne bedingte jahreszeitliche Änderung der Position der Fixsterne. Im heliozentrischen System stellt sich die Beobachtung mittels eines (mit der Erde mitbewegten und auf einen am Pol der Ekliptik stehenden Stern ausgerichteten) Fernrohres so dar, daß das Licht, das vom Stern durch die Mitte des Objektivs geht, das Okular nicht in der Mitte trifft, sondern – weil sich das Fernrohr mit der Erde ein Stück weiterbewegt hat – an einer entgegen der Bewegungsrichtung versetzten Stelle (Abb.).

Dadurch scheint dem Beobachter die Einfallsrichtung um einen Winkel β gegenüber der Normalen abzuweichen. Für diesen Winkel, die Aberrationskonstante, gilt: β≈tgβ = vΔt/(cΔt) = v/c = 20,49552″, wobei c die Vakuumlichtgeschwindigkeit, v die Bahngeschwindigkeit der Erde (29,8 km/s) und Δt die Laufzeit des Lichtes im Fernrohr bezeichnet. Da die Bewegungsrichtung der Erde im Jahresverlauf sich gegenüber dem Stern ändert, bewegen sich Sterne an den Ekliptikpolen scheinbar längs eines Kreises um ihren wahren Ort. Für einen Stern mit der Poldistanz δ ist es eine Ellipse mit der großen Halbachse β und der kleinen Halbachse β·cos δ.

Die A. zeigt die (nahezu) kreisförmige Bewegung der Erde um die Sonne auf und bestätigt damit das Kopernikanische System. Charakteristisch für sie ist, daß die scheinbare Verschiebung des Sterns in Richtung der Erdbewegung erfolgt und unabhängig von der Entfernung des Sterns ist.

Die A. wurde 1728 von J. Bradley bei dem Versuch entdeckt, die jährliche Parallaxe von Fixsternen zu messen, was jedoch erst 100 Jahre später F.W. Bessel gelang.



Aberration der Fixsterne: Lichtweg bei der Beobachtung eines Sterns S von der Erde aus. v Geschwindigkeit der Erde, c Vakuumlichtgeschwindigkeit, S' scheinbarer Ort des Sterns, β Aberrationskonstante.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren
Roland Barth, Jena
Dr. Artur Bärwolff, Berlin
Dr. Lothar Bauch, Frankfurt / Oder
Hans G. Beck, Jena
Joachim Bergner, Jena
Dr. Andreas Berke, Köln
Dr. Hermann Besen, Jena
Prof. Dr. Jürgen Beuthan, Berlin
Dr. Andreas Bode, Planegg
Prof. Dr. Joachim Bohm, Berlin
Prof. Dr. Witlof Brunner, Zeuthen
Dr. Eberhard Dietzsch, Jena
Kurt Enz, Berlin
Prof. Joachim Epperlein, Wilkau-Haßlau
Prof. Dr. Heinz Falk, Kleve
Dr. Wieland Feist, Jena
Dr. Peter Fichtner, Jena
Dr. Ficker, Karlsfeld
Dr. Peter Glas, Berlin
Dr. Hartmut Gunkel, Berlin
Dr. Reiner Güther, Berlin
Dr. Volker Guyenot, Jena
Dr. Hacker, Jena
Dipl.-Phys. Jürgen Heise, Jena
Dr. Erwin Hoffmann, Berlin (Adlershof)
Dr. Kuno Hoffmann, Berlin
Prof. Dr. Christian Hofmann, Jena
Wolfgang Högner, Tautenburg
Dipl.-Ing. Richard Hummel, Radebeul
Dr. Hans-Jürgen Jüpner, Berlin
Prof. Dr. W. Karthe, Jena
Dr. Siegfried Kessler, Jena
Dr. Horst König, Berlin
Prof. Dr. Sigurd Kusch, Berlin
Dr. Heiner Lammert, Mahlau
Dr. Albrecht Lau, Berlin
Dr. Kurt Lenz, Berlin
Dr. Christoph Ludwig, Hermsdorf (Thüringen)
Rolf Märtin, Jena
Ulrich Maxam, Rostock
Olaf Minet, Berlin
Dr. Robert Müller, Berlin
Prof. Dr. Gerhard Müller, Berlin
Günter Osten, Jena
Prof. Dr. Harry Paul, Zeuthen
Prof. Dr. Wolfgang Radloff, Berlin
Prof Dr. Karl Regensburger, Dresden
Dr. Werner Reichel, Jena
Rolf Riekher, Berlin
Dr. Horst Riesenberg, Jena
Dr. Rolf Röseler, Berlin
Günther Schmuhl, Rathenow
Dr. Günter Schulz, Berlin
Prof. Dr. Johannes Schwider, Erlangen
Dr. Reiner Spolaczyk, Hamburg
Prof. Dr. Peter Süptitz, Berlin
Dr. Johannes Tilch, Berlin (Adlershof)
Dr. Joachim Tilgner, Berlin
Dr. Joachim Träger, Berlin (Waldesruh)
Dr. Bernd Weidner, Berlin
Ernst Werner, Jena
Prof. Dr. Ludwig Wieczorek, Berlin
Wolfgang Wilhelmi, Berlin
Olaf Ziemann, Berlin


Partnerinhalte