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Lexikon der Optik: Blende

Blende, Diaphragma, Vorrichtung zur mechanischen Begrenzung der Strahlenbündel bei der optischen Abbildung. Dies kann erfolgen in Form einer z.T. im Durchmesser (z.B. zur Variation des Lichtstromes und der Schärfentiefe) verstellbaren Öffnung (Irisblende) in einem undurchlässigen Schirm (z.B. Linsenfassung). Man unterscheidet zwischen Apertur- oder Öffnungsblenden, Feldblenden (feldbegrenzenden B.) und Abschattblenden.

1) Die Apertur- oder Öffnungsblende (Abb.) begrenzt den Durchmesser bzw. den Öffnungswinkel und damit den Lichtstrom des vom axialen Dingpunkt ausgehenden Strahlenbündels. Ihre als Ein- und Austrittspupille bezeichneten objekt- und bildseitigen Bilder erscheinen vom axialen Ding- bzw. Bildpunkt von allen Blendenbildern am kleinsten. Bei Objektiven mit Vorder- bzw. Hinterblende fällt die Aperturblende mit der Ein- bzw. Austrittspupille zusammen. Durchmesser und Lage der Pupillen bestimmen die Aperturen sinσ im Objekt- und sinσ' im Bildraum. Die Winkel σ und σ' der zu den Pupillenrändern verlaufenden Aperturrandstrahlen sind die halben Öffnungswinkel. Bei Abbildung aus dem Unendlichen wird die bildseitige Apertur durch das Öffnungsverhältnis ersetzt. Das Produkt nsinσ bzw. n'sinσ' aus Apertur und Brechzahl n bzw. n' im Objekt- bzw. Bildraum ist die objekt- bzw. bildseitige numerische Apertur, die über die Beugung an der Aperturblende die Amplituden- und die Punktbildverwaschungsfunktion beeinflußt und damit das Auflösungsvermögen begrenzt. Durch Abblenden, d.h. Aperturverkleinerung, nehmen die Beleuchtungsstärke in der Bildebene, die sphärische Aberration, die Koma und die Auflösung ab und die Schärfentiefe und der Beugungseinfluß zu. Die Bildgüte verbessert sich zunächst beim Abblenden bis zur kritischen B., um dann infolge des verstärkten Beugungseinflusses abzunehmen. Außer der sphärischen Aberration hängen alle anderen Aberrationen und die Perspektive von der Lage der Aperturblende ab. Im Achsenpunkte der Aperturblende schneiden sich die Hauptstrahlen, die aber infolge der Pupillenaberration im allgemeinen nicht durch die Achsenpunkte der Pupillen verlaufen.

2) Die Feldblende begrenzt das Bildfeld. Ihre in den Objekt- und Bildraum projizierten Bilder, die von den Pupillenmitten unter dem kleinsten Winkel (d.i. der halbe Bildwinkel) erscheinen, sind die Ein- und die Austrittsluke. Liegt die Feldblende weder in der Objekt-, Bild- oder Zwischenbildebene (Zwischenbild), kann die Beleuchtungsstärke außeraxialer Bildpunkte durch künstliche Vignettierung verringert werden und dadurch eine Randabschattung entstehen, die zu einer unscharfen Feldbegrenzung führen kann.

Außer dem durch die zu den Feldrändern verlaufenden Randhauptstrahlen aufgespannten Bildwinkel 2σB bzw. 2σ

kann man als Meßgröße der Felder auch den als Feldzahl bezeichneten, meist in Millimetern angegebenen Durchmesser oder (wie z.B. bei der Photographie) deren Länge und Breite verwenden.

3) Neben der Apertur- und der Feldblende existieren in einem optischen System noch Abschattblenden (z.B. in Form von Fassungsteilen oder Linsenrändern), die für von außeraxialen Objektpunkten ausgehende Strahlenbündel in Abhängigkeit vom Pupillen- und Felddurchmesser künstliche Vignettierung hervorrufen können. Ihre objekt- und bildseitigen Bilder sind die Abschattluken.



Blende: Blenden (BL) und Blendenbilder im Objekt- und Bildraum (BB und BB') eines optischen Systems bei endlicher Objektlage mit scharfer Feldbegrenzung durch die in der Zwischenbildebene angeordnete Feldblende BL3 (a) sowie bei unendlich fernem Objekt mit unscharfer Feldbegrenzung (b). EP und AP Ein- und Austrittspupille, EL und AL Ein- und Austrittsluke (nach C. Hofmann: Die optische Abbildung. Leipzig 1980).

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