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Lexikon der Optik: elektrischer Dipol

elektrischer Dipol, im einfachsten Fall zwei räumlich getrennte Punktladungen, die dem Betrag nach gleich, dem Vorzeichen nach jedoch unterschiedlich sind. Charakteristisch für Größe und Richtung des e. D. ist das Dipolmoment p, das als Produkt der positiven Ladung Q mit dem die beiden Ladungen verbindenden, von der positiven zur negativen Ladung zeigenden Vektor l definiert ist, p=Ql. Läßt man die eine Ladung gegen die andere schwingen, so entsteht ein Hertzscher Oszillator. Ein e. D. kann jedoch auch in einem System auftreten, bei dem die beiden Ladungen, oder eine von ihnen, über einen gewissen Raumbereich jeweils verteilt sind. Wesentlich ist nur, daß die Ladungsschwerpunkte der beiden Ladungswolken nicht zusammenfallen. Das zugehörige Dipolmoment ergibt sich aus der obigen Formel, wenn man unter Q die positive Gesamtladung und unter l den Verbindungsvektor zwischen den beiden Ladungsschwerpunkten versteht. Bei Atomen oder Molekülen vermag ein äußeres elektrisches Feld eine Verschiebung der Ladungswolke eines oder mehrerer Elektronen gegenüber dem Kern zu bewirken und auf diese Weise einen e. D. zu erzeugen. Ein oszillierendes Feld, wie es bei einer Lichtwelle vorliegt, induziert so ein mit gleicher Frequenz schwingendes Dipolmoment, das eine große Rolle bei der Lichtstreuung, der Dispersion des Lichtes (Dispersionsformel), der induzierten Emission sowie der kohärenten Wechselwirkung spielt.

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