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Lexikon der Optik: Farbentwicklung

Farbentwicklung, 1) Synonym für Colorverarbeitung eines Films oder Photopapiers.

2) Prozeß der Erzeugung der Bildfarbstoffe in klassischen farbphotographischen Materialien (Chromogenentwicklung).

Das Prinzip der Chromogenentwicklung (Fischer-Entwicklung) besteht in der Verknüpfung der selektiven Reduktion von AgX durch ein N,N-disubstituiertes p-Phenylendiamin mit einer oxidativen Farbbildungsreaktion. Die Entwicklersubstanz und ihr Oxidationsprodukt sind diffusionsfähig, die Bildfarbstoffe dagegen in der Schicht immobil.

Nach der Anordnung der Kupplungsstelle im Kuppler unterscheidet man offenkettige und zyklische Methylenkuppler, Methinkuppler sowie Iminkuppler.

Aus offenkettigen und zyklischen (Pyrazolone) Methylenverbindungen entstehen Azomethine als Bildfarbstoffe. Auch Phenole und Naphthole werden als Kuppler verwendet; es bilden sich Chinonimin- bzw. Indoanilin-Farbstoffe.

Kuppler vom Phenol- bzw. Naphtholtyp mit unsubstituierter Kupplungsstelle bzw. Kuppler des Typs X-CH2-Y nennt man Vieräquivalentkuppler, da theoretisch vier Oxidationsäquivalente erforderlich sind für die Bildung eines Mols Farbstoff (praktisch werden 4,3 bis 5,0 Oxidationsäquivalente benötigt). Zweiäquivalentkuppler dagegen enthalten an der Kupplungsstelle eine Abgangsgruppe Z, so daß sich ein geringerer AgX-Einsatz ergibt.

Die zahlreichen colorphotographischen Systeme, die die Chromogenentwicklung benutzen, können nach Art und Einbringung der Kuppler eingeteilt werden. Für blaugrüne Bildfarbstoffe werden substituierte α-Naphthole oder Phenole, für Purpurfarbstoffe meist Pyrazolone und für vorwiegend gelbe Farbstoffe β-Ketoanilide verwendet. Meist sind die Kuppler in submikroskopisch kleinen Tröpfchen einer hochsiedenden, nicht mit Wasser mischbaren Flüssigkeit dispergiert (Ölkuppler). Der Gesamtprozeß der Colorverarbeitung (F.) umfaßt alle Verarbeitungsschritte, die erforderlich sind, um aus dem belichteten Material eine stabile Farbaufzeichnung zu erzeugen.

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