Direkt zum Inhalt

Lexikon der Optik: Hakenmethode

Hakenmethode, interferometrische Methode zur Bestimmung der Oszillatorstärke von Absorptionslinien in Gasen und Metalldämpfen, wobei die anomale Dispersion in der Umgebung der Absorptionslinien interferometrisch gemessen wird. Zur Messung werden Jamin- oder Mach-Zehnder-Interferometer eingesetzt (Abb. 1). In den beiden Zweigen des Interferometers sind Rohre angeordnet, von denen das eine evakuiert ist und das andere mit der Meßsubstanz gefüllt wird. Durch Abbildung des Interferenzbildes auf den Eintrittsspalt des Spektrographen lassen sich Müllersche Streifen im Spektrum erzeugen (Ab. 2a). In der Nähe einer Absorptionslinie ergibt sich eine Streifenverbiegung (Abb. 2b), die vom Produkt Nnfnk abhängt, wobei Nn die Anzahl der im Zustand n befindlichen Molekeln pro Volumeneinheit und fnk die Oszillatorstärke des Überganges bedeuten. Die Interferenzstreifen geben direkt den Verlauf der Dispersionskurve wieder und zeigen die anomale Dispersion an. D. S. Roshdestwenski hat mit einer abgeänderten Methode, der H., den Wert des Produktes Nnfnk bestimmt. Dabei wird zusätzlich zum evakuierten Rohre B1 eine planparallele Glasplatte mit der Dicke d' eingefügt. Da diese Platte selbst eine normale Dispersion besitzt, werden die Streifen im Spektrum geneigt sein, und zwar um so mehr, je dicker die Platte ist (Abb. 2c). Wird nun die Röhre B2 mit Dampf gefüllt, so überlagern sich die Interferenzstreifen derart, daß ihre Verschiebung durch die algebraische Summe der einzelnen Verschiebungen bestimmt wird. An der Stelle, an der die Neigungen der Interferenzstreifen, hervorgerufen durch die anomale Dispersion des Dampfes einerseits und durch die normale Dispersion der Glasplatte andererseits, entgegengesetzt gleich sind, durchlaufen die Interferenzstreifen Maxima und Minima, die Roshdestwenski Haken nennt (Ab. 2d). Aus dem Abstande Δ der Haken, der in Wellenlängeneinheiten gemessen wird, ergibt sich NnfnkkΔ2/d', wobei k die Ordnung des Interferenzstreifens ist, die auf einfache Weise gemessen werden kann, ohne daß die Dicke d' der Glasplatte noch ihr Brechungsindex n' bestimmt zu werden braucht.



Hakenmethode 1: Mach-Zehnder-Interferometer. F Filter, B1 evakuiertes Rohr, B2 Rohr mit zu untersuchendem Dampf, Sp Spalt des Spektrographen.



Hakenmethode 2: Zur Entstehung der Roshdestwenskischen Haken (d). Müllersche Streifen bei folgenden Versuchsanordnungen: a) außer dem Rohre B1 ist auch das Rohr B2 evakuiert; b) B2 mit Gas gefüllt; c) B2 evakuiert, zusätzliche Glasplatte im Strahlengange von B1; d) Glasplatte eingefügt und gleichzeitig B2 gefüllt.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Die Autoren
Roland Barth, Jena
Dr. Artur Bärwolff, Berlin
Dr. Lothar Bauch, Frankfurt / Oder
Hans G. Beck, Jena
Joachim Bergner, Jena
Dr. Andreas Berke, Köln
Dr. Hermann Besen, Jena
Prof. Dr. Jürgen Beuthan, Berlin
Dr. Andreas Bode, Planegg
Prof. Dr. Joachim Bohm, Berlin
Prof. Dr. Witlof Brunner, Zeuthen
Dr. Eberhard Dietzsch, Jena
Kurt Enz, Berlin
Prof. Joachim Epperlein, Wilkau-Haßlau
Prof. Dr. Heinz Falk, Kleve
Dr. Wieland Feist, Jena
Dr. Peter Fichtner, Jena
Dr. Ficker, Karlsfeld
Dr. Peter Glas, Berlin
Dr. Hartmut Gunkel, Berlin
Dr. Reiner Güther, Berlin
Dr. Volker Guyenot, Jena
Dr. Hacker, Jena
Dipl.-Phys. Jürgen Heise, Jena
Dr. Erwin Hoffmann, Berlin (Adlershof)
Dr. Kuno Hoffmann, Berlin
Prof. Dr. Christian Hofmann, Jena
Wolfgang Högner, Tautenburg
Dipl.-Ing. Richard Hummel, Radebeul
Dr. Hans-Jürgen Jüpner, Berlin
Prof. Dr. W. Karthe, Jena
Dr. Siegfried Kessler, Jena
Dr. Horst König, Berlin
Prof. Dr. Sigurd Kusch, Berlin
Dr. Heiner Lammert, Mahlau
Dr. Albrecht Lau, Berlin
Dr. Kurt Lenz, Berlin
Dr. Christoph Ludwig, Hermsdorf (Thüringen)
Rolf Märtin, Jena
Ulrich Maxam, Rostock
Olaf Minet, Berlin
Dr. Robert Müller, Berlin
Prof. Dr. Gerhard Müller, Berlin
Günter Osten, Jena
Prof. Dr. Harry Paul, Zeuthen
Prof. Dr. Wolfgang Radloff, Berlin
Prof Dr. Karl Regensburger, Dresden
Dr. Werner Reichel, Jena
Rolf Riekher, Berlin
Dr. Horst Riesenberg, Jena
Dr. Rolf Röseler, Berlin
Günther Schmuhl, Rathenow
Dr. Günter Schulz, Berlin
Prof. Dr. Johannes Schwider, Erlangen
Dr. Reiner Spolaczyk, Hamburg
Prof. Dr. Peter Süptitz, Berlin
Dr. Johannes Tilch, Berlin (Adlershof)
Dr. Joachim Tilgner, Berlin
Dr. Joachim Träger, Berlin (Waldesruh)
Dr. Bernd Weidner, Berlin
Ernst Werner, Jena
Prof. Dr. Ludwig Wieczorek, Berlin
Wolfgang Wilhelmi, Berlin
Olaf Ziemann, Berlin


Partnerinhalte