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Lexikon der Optik: Mikrobewegungen

Mikrobewegungen, Augenbewegungen mit geringer Amplitude. Es werden drei Arten von M. unterschieden.

a) Driftbewegungen haben eine Amplitude von rund 2,5 Winkelminuten. Sie laufen mit einer Geschwindigkeit von 2 bis 8 Winkelminuten pro Sekunde ab.

b) Mikrosakkaden haben Amplituden von 3 bis 50 Winkelminuten. Ihre Maximalgeschwindigkeit ist linear abhängig von der Amplitude. Sie beträgt bei einer Amplitude von 50 Winkelminuten rund 8 Grad pro Sekunde.

c) Der Mikrotremor hat eine Amplitude von weniger als einer Winkelminute. Seine Geschwindigkeit erreicht Maximalwerte von 10 Winkelminuten pro Sekunde. Der Tremor hat eine Frequenz von 30 Hz; er ist als ein nicht störendes Hintergrundrauschen zu interpretieren.

Drift und Mikrosakkaden dienen der Regelung der Fixation. Sie entstehen aber auch als zufällige Schwankungen des Versions- und des Vergenzzentrums. Die M. sind auch an der Entstehung von Fixationsdisparationen (dynamische Fixationsdisparation) beteiligt. Die Panum-Bereiche der Netzhaut dienen der Kompensation der M.

M. sind für die Wahrnehmung konstanter Reize von großer Bedeutung. Das visuelle System ist für die Wahrnehmung veränderlicher Reize konzipiert. Ein stabilisiertes Netzhautbild, bei dem ein konstanter Reiz dauerhaft auf denselben Netzhautrezeptor abgebildet wird, wird nur in den ersten Sekunden wahrgenommen. Nach wenigen Sekunden verschwindet dieses Bild aus der Wahrnehmung. Die M. unterlaufen diese Auslöschung der Wahrnehmung, da der konstante Reiz ständig auf andere Netzhautrezeptoren abgebildet wird.

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